Hella Jongerius gehört zu den führenden Persönlichkeiten des zeitgenössischen Designs. Seit über 30 Jahren prägt sie ein neues Verständnis von Design als kritische und poetische Praxis, die den Alltag von Menschen und Dingen immer wieder hinterfragt. Mit »Hella Jongerius: Whispering Things« widmet das Vitra Design Museum der niederländischen Gestalterin und Künstlerin ab 14. März 2026 die erste große Retrospektive.

Von frühen experimentellen Arbeiten über ikonische Produkte bis hin zu den skulpturalen Keramiken der jüngsten Zeit bietet die Ausstellung einen tiefen Einblick in das faszinierende Universum von Hella Jongerius. Unter den Exponaten sind Möbel, Textilien, Keramiken, Skizzen, Prototypen und Filme, darunter etliche Projekte, die Jongerius in Zusammenarbeit mit Firmen wie Maharam, KLM, Camper, IKEA und Vitra oder Institutionen wie dem Museum of Modern Art in New York entwickelte.

and Groove Bottles, 2000
© Vitra Design Museum, Foto: Andreas Sütterlin
Wie gestaltet man für eine Welt, die eigentlich schon genug hat? Welche Dinge fördern Wertschätzung und Achtsamkeit statt Konsum und Wegwerfkultur? Diese Fragen stehen im Zentrum der Ausstellung »Hella Jongerius: Whispering Things«. Die Ausstellung verfolgt Jongerius’ Entwicklung von ihren Anfängen in den 1990er Jahren mit dem niederländischen Kollektiv Droog Design über ihren Aufstieg zur erfolgreichen Produkt- und Textildesignerin in den 2000ern bis hin zu den sehr persönlichen Arbeiten der jüngsten Zeit, die die Grenzen zwischen Design und Kunst hinterfragen. Dabei wird deutlich, wie sie über viele Etappen eine einzigartige Handschrift herausbildete, die durch Vielschichtigkeit und eine Ästhetik der Collage geprägt ist – wobei die Vielfalt der Materialien ihr ebenso wichtig ist wie die expressive Kraft des Handgemachten oder Unvollkommenen.

Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen Schlüsselwerke wie das Pushed Washtub (1996), das Polder Sofa (2005) und die eindrucksvolle Installation der rund 300 Coloured Vases (2010), aber auch experimentelle Werke die Inflatable Textiles (1993), Woven Movie (2017) oder Angry Animals (seit 2021). Die meisten Exponate stammen aus Jongerius’ umfangreichem Archiv, das sich seit 2024 in der Obhut des Vitra Design Museums befindet. Es umfasst neben Objekten und Prototypen auch eine Vielzahl an Studien, Experimenten, Originalskizzen und anderen Dokumenten, die den Arbeitsprozess der Designerin dokumentieren. Dank dieses Bestandes kann die Schau auf eine bislang nie gezeigte Fülle von Exponaten zurückgreifen und Jongerius‘ Arbeit mit ihrem eigenen Archiv als Ressource für Ideen, Recherchen und Experimente beleuchten. (Pressetext)

Animal (Erica), 2025
© Jongeriuslab
Vitra Design Museum
Charles-Eames-Str. 2
D-79576 Weil am Rhein
Öffnungszeiten: täglich, 10 – 18 Uhr
