Bernard Heesen I Massimo Micheluzzi I Ritsue Mishima
Tatsächlich ist eine Vase nur zur Hälfte ein Kunstwerk. Das Kunstwerk ist erst dann vollständig, wenn Blumen darin arrangiert werden. In der westlichen Kunst ist dieser Dialog so gut wie unbekannt. Die Vase dient ausschließlich als Wasserbehälter, um die Lebensdauer von Schnittblumen zu verlängern. Betrachtet man jedoch Ikebana, die japanische Kunst des Blumenarrangierens, so sieht man, dass das eine ohne das andere nicht existieren kann. Der Dialog zwischen der Vase und ihrem Inhalt ist genau genommen die Grundlage des Kunstwerks.

„Bernard Heesens Arbeit wird oft, vielleicht zu Unrecht, als kontrovers bezeichnet, weil sie nicht den Erwartungen entspricht. Für ihn geht es eher darum, eine Vision zum Ausdruck zu bringen und einen selten akzeptierten, sehr persönlichen Stil zu kultivieren. Bernard Heesen zieht es vor, Glas seiner inneren, bezaubernden Schönheit zu berauben. Das Glas muss so flüssig wie möglich abkühlen, ohne dass zu viel daran herumgebastelt wird. Zu seinen Spezialitäten zählen seit Jahren interne Craquelé, Seifenblasen aus dünnem, farbigem Glas, die auf dem glühend heißen Glas zerplatzen, und Farbkombinationen, die Unbehagen hervorrufen.“

Das facettenreiche Werk von Massimo Micheluzzi zeugt in hohem Maße von der Schönheit seiner Heimatstadt Venedig. Seine legendären Murrina-Gefäße erinnern an die Reflexionen auf den Gewässern der Stadt mit ihren vielfältigen Texturen, das Grau eines bewölkten Tages oder den silbernen Glanz der Lagunen. „Ich wollte mit einem statischen Material ein Gefühl von Bewegung vermitteln, wie ein Gemälde von Canaletto“. Heute ist er einer der wenigen Glaskünstler auf Murano, die noch die aufwändige Murrina-Technik beherrschen. Ebenso einzigartig sind seine Battuto-Gläser, die an geschlagenes Silber erinnern.

Es erfordert viel Mühe, die eigenwilligen venezianischen Glasbläsermeister dazu zu bringen, mit samuraihafter Disziplin und japanischem Minimalismus zu arbeiten. Ritsue Mishima schwingt in diesen geschichtsträchtigen Werkstätten buchstäblich den Taktstock und bringt sie dazu, ihre Zeichnungen als kristalline Skulpturen zu verwirklichen, massiv und doch filigran, die das Licht einzufangen scheinen. Fantasien der Lagune werden lebendig, achromatisch und damit noch poetischer – eine Reminiszenz an die Pracht der Ursprünge des klaren Glases von Murano im elften Jahrhundert. (Pressetext)
Wielandstr. 34, 10629 Berlin Charlottenburg
Öffnungszeiten: Montag bis Samstag 10 bis 18 Uhr
