Ingrid Wiener – einfach machen und tun: Herford bis 22.02.2026

Ingrid Wiener, "Dr.Müllers Kabelfrühling", 2009–2010, 9 Teile, je 34 x 50 cm, gesamt ca. 110 x 160 cm

Mit 83 Jahren blickt die österreichische Künstlerin Ingrid Wiener auf ein vielschichtiges Werk zurück: bis heute entstanden gut 40 Gobelins, die in zeitintensiver Handarbeit entwickelt wurden. In dem vermeintlich  traditionellen und weiblich behafteten Medium verarbeitet sie Motive ihres Lebensumfelds und erforscht Möglichkeiten der Bildfindung. Ein zentraler Fokus Wieners liegt auch auf dem Wechselspiel der Wahrnehmung, das sie in ihren aquarellierten Zeichnungen, in denen sie Träume und Erinnerungen festhält, verhandelt.

Ingrid Wiener, Drei Feldgurken, 2006, Gobelin, Wolle, Seide,
59 × 73 cm, Privatsammlung, Wien, © die Künstlerin

Arbeit und Leben sind bei Wiener untrennbar verbunden. Die Ausstellung zeigt auch ihr Schaffen in kollaborativen Prozessen und künstlerischen Netzwerken. Im Kreis der Wiener Nachkriegsavantgarde geprägt, wirkte die Künstlerin an den Aktionen der Wiener Gruppe mit, gab als „Monsti“ Wiener Gesangsperformances, entwickelte mit VALIE EXPORT und ihrem Partner Oswald Wiener Dokumentarfilme und pflegte intensive künstlerische Dialoge mit Dieter Roth und vielen anderen. Einen wichtigen Teil ihrer Lebenspraxis bildet zudem das Kochen, das sie nicht nur in legendären Berliner Lokalen wie dem EXIL oder später in ihrer Wahlheimat Kanada, sondern auch in Form von Performances und Bildmotiven zelebrierte. (Pressetext)

Marta Herford
Museum für Kunst, Architektur, Design
Goebenstraße 2–10
32052 Herford

Öffnungszeiten: Di–So und an Feiertagen 11–18 Uhr, Mi 11–20 Uhr

Begleitprogramm

Sa, 21. 2. 2026, 16–18 Uhr Verflechtungen: Vorträge zum Werk von Ingrid Wiener mit Thomas Brinkmann und Nils Röller

So, 22. 2. 2026, 14–15 Uhr Letzte Blicke „Ingrid Wiener“ – mit Direktorin Kathleen Rahn