GEFÄSS/ SKULPTUR 4. Deutsche & internationale Keramik seit 1946: Leipzig bis 04.10.2026

Paula Bastiaansen.Porzellanobjekt 1999 | Foto Esther Hoyer

Das GRASSI Museum für Angewandte Kunst Leipzig zeigt in seiner Art déco-Pfeilerhalle die Ausstellung GEFÄSS / SKULPTUR 4. Deutsche und internationale Keramik seit 1946. Gezeigt werden rund 320 Stücke, eine Auswahl herausragender Schenkungen der vergangenen Jahre an das Museum. Die Ausstellung, kuratiert von Direktor Dr. Olaf Thormann, zeichnet die künstlerischen Entwicklungen seit 1946 bis in die jüngste Gegenwart nach und lässt die keramischen Arbeiten, ihre Formenkraft und Glasurschönheit in ästhetische Zwiesprachen treten – immer wieder das Verhältnis von zweckgebundenem Gefäß und autonomer Skulptur auslotend.

Gertraud Möhwald: Kleiner Kopf, 1993.

Der künstlerischen Studiokeramik hat das GRASSI Museum für Angewandte Kunst bereits drei große und vielbeachtete Ausstellungen gewidmet. Sie zählt zu den stark gewachsenen und international hochkarätig besetzten Sammlungsbereichen des Museums. Die Schau GEFÄSS / SKULPTUR 4 präsentiert ein Destillat dieses umfangreichen Sammlungsbestandes. Dieser besteht neben einer überaus großen Anzahl hochwertiger Schenkungen aus Privatsammlungen insbesondere auch aus Erwerbungen des Museums von den jährlich stattfindenden hauseigenen Grassimessen.

Ken Mihara: Objekt „KUON“, 2019 | Foto: Esther Hoyer

Gefäße und Skulpturen stehen sich in der Ausstellung buchstäblich gegenüber – jedoch nicht als Gegensätze, sondern in einem wechselseitigen Dialog. Durch die chronologische Betrachtung wird deutlich, dass sich die moderne Studiokeramik zunehmend ihrer bloßen Nutzbarkeit entzieht und mit der skulpturalen Eigenständigkeit experimentiert, ohne das Thema „Gefäß“ aus dem Auge zu verlieren.

Die Ausstellung spannt den Bogen von Gefäßen der Nachkriegszeit bis zu aktuellen Stücken. Sie vereint künstlerische Positionen aus fünf Kontinenten und zwanzig Ländern.

Zu den gezeigten Künstlerinnen und Künstlern zählen renommierte Vertreterinnen und Vertreter der internationalen Keramikszene wie Lucie Rie, Hans Coper oder Bernard Leach. Den Startpunkt der Ausstellung bilden Gefäße der späten 1940er bis 1960er Jahre – etwa von Richard Bampi, Jan Bontjes van Beek, Otto Hohlt, Otto Meier oder Rolf Overberg. Sie sind noch dem tradierten Auftrag verpflichtet, in denen sich jedoch bereits ein skulpturaler Gestaltungswille abzeichnet. Weiter reicht das Spektrum über die keramischen Plastiken der 1970er und 1980er Jahre wie die von Beate Kuhn, Ernst Häusermann, Robert Sturm und Carmen Dionyse. Der Bogen endet letztlich bei Gefäßen von Martin Schlotz, der mit blasigen Glasuren eine besondere plastische Qualität erzielt, oder bei Johannes Nagel und Elke Sada, die sich jeweils auf unterschiedliche Weise dem Gefäß als skulpturalem Objekt nähern.

Elke Sada,Keramische Plastik „Phasianus“ aus der Serie Hallstattgefäße, 2013. © VG Bild-Kunst, Bonn 2025

Ein zentrales Augenmerk der Schau liegt auf Keramik der Region – mit Stücken unter anderem von Ute Brade, Walter Gebauer, Gertraud Möhwald oder Sybille Abel-Kremer, Rosi Steinbach, Elke Sada und Johannes Nagel. Diese Arbeiten werden bewusst in einen gesamtdeutschen und internationalen Kontext gestellt.

Von besonderer Bedeutung ist zudem die kontinuierliche Unterstützung durch Privatsammlungen. Engagierte und international vernetzte Sammlerinnen und Sammler, die zugleich als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie als zentrale Akteure der Keramikszene agieren, haben wesentlich zur Qualität der Sammlung beigetragen. (Pressetext)

GEFÄSS/ SKULPTUR 4 wird von einem umfangreichen Programm begleitet, darunter Führungen mit Keramikerinnen und Keramikern wie Sybille Abel-Kremer, Franziska M. Köllner, Lutz Könecke, Johannes Nagel, Elke Sada und Rosi Steinbach. > Informationen dazu gibt es hier

GRASSI Museum für Angewandte Kunst
Johannisplatz 5-11, 04103 Leipzig

Öffnungszeiten: Di, Do – So jeweils 10 – 18 Uhr | Mi jeweils 12 – 20 Uhr | Mo sowie am 24.12. und 31.12. geschlossen