Im großzügigen Haupttreppenhaus des Grassimuseums gelangen die Gäste vom Erdgeschoss bis ins 3. Obergeschoss, vorbei an der einzigartigen Fensterglasgestaltung des Bauhausmeisters Josef Albers (1888 – 1976). Hier oben, in diesem nahezu quadratischen Raum – dem GRASSI Himmel – mit seiner enormen Deckenhöhe von 6,50 wird die besondere Architektur des Gebäudes noch stärker erlebbar. Als Gemeinschaftsfläche der drei GRASSI Museen kann er relativ frei für unterschiedliche Projekte genutzt werde und das Publikum überraschen.
Treppenskulptur OFFENE STADT im GRASSI Himmel

Eine stärkere architektonische und künstlerische Gestaltung des Raumes im Blick, suchte das GRASSI Museum für Angewandte Kunst eine Kooperation mit dem Leipziger Künstler Thomas Moecker (*1967). Mit ihm hatte das Museum bereits bei der Umgestaltung des Café-Foyers und der Raumgestaltung einiger Sonderausstellungen wie z. B. BAUHAUS SACHSEN und VON BONNARD BIS KLEMKE zusammengearbeitet. Thomas Moeckers Idee einer frei im Raum stehenden, rund fünf Meter hohen Treppenskulptur verändert den Raum entscheidend. Dieses eigenständige künstlerische Objekt OFFENE STADT ermöglicht eine neue Perspektive auf das Museum als geistig und räumlich erfahrbare Einheit. 18 Stufen führen bis zu einer kleinen Aussichtsfläche. Geht der Blick während des Museumsbesuchs kaum nach Außen, so reicht er von hier über den Ehrenhof des Museums und den Johannisplatz bis zum Augustusplatz und darüber hinaus. Wer auf der Treppenskulptur steht, befindet sich direkt unterhalb der „goldenen Ananas“ auf dem Museumsdach. Der Sockel der Treppenskulptur dient als Sitzfläche, lädt zum Verweilen am höchsten Punkt des Museums ein. Die OFFENE STADT steht als ständige und frei begehbare Präsentation für alle Gäste bereit.
Fotoausstellung LEIPZIG 1972. UTE ESKILDSEN & TIMM RAUTERT

Die Präsentation der Fotoserie LEIPZIG 1972 von Ute Eskildsen und Timm Rautert umfasst 48 aus der 62 Bilder umfassenden Serie und nimmt das Thema des „Blickes auf die Stadt“ thematisch auf. Ute Eskildsen und Timm Rautert durchstreiften anlässlich eines Verwandtenbesuches im Herbst des Jahres 1972 mit ihren Kameras die Stadt Leipzig. Alltagssituationen der Menschen in ihrer Umgebung standen im Mittelpunkt ihrer stillen schwarz-weiß-Aufnahmen. Damals hatten sie sich vorgenommen, die Stadt zu fotografieren und, wenn möglich, die Serie als Ausstellung und Buch zu veröffentlichen.

Doch die Negative wurden zwar entwickelt aber dann erst einmal vergessen. Über fünfzig Jahre dauerte es, bis Timm Rautert – von 1993 bis 2008 Professor für Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig – sie wieder fand und jeweils einen schwarz-weißen, unikaten Papierabzug anfertigte. Das GRASSI Museum für Angewandte Kunst wirbt aktuell um Sponsoren für finanzielle Unterstützung um die Kassette mit diesem einmaligen Dokument und fotografischen Schatz für seine Sammlung erwerben zu können.
Zur Ausstellung liegt auch eine Publikation in kleiner Auflage vor, die alle 62 Bilder umfasst, erschienen im Steidl Verlag und erhältlich im Museumsshop.
GRASSI Museum für Angewandte Kunst, Johannisplatz 5-11, 04103 Leipzig
Öffnungszeiten: Di, Do – So, Feiertage 10 -18 Uhr, Mi 10 – 20 Uhr Mo geschlossen
Der Eintritt zur Ausstellung im GRASSI Himmel ist kostenfrei.
