Hessicher Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk – the winners are…: Frankfurt a.M. vom 07. bis 11.02.2025

Der Hessische Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk ist der älteste Staatspreis Deutschlands. Er wurde 1951 auf Anregung von Kunsthandwerk Hessen e. V. von dem damaligen Hessischen Ministerpräsidenten Georg August Zinn gestiftet.

Anlässlich der Internationalen Frankfurter Messe Ambiente werden vom 7. bis 11. Februar die  25 Nominierten für den Hessischen Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk 2025 in einer Ausstellung in der Halle 3.1, Standnummer 3.1 H 63 präsentiert.

Nominiert für die Ausstellung wurden Kunsthandwerker*innen, die durch eigenständige Gestaltungsansätze, durch Innovation, Beherrschung von Material und Technik sowie ein überzeugendes Gesamtbild ihrer Arbeiten auf sich aufmerksam gemacht haben. Die Jury wählte aus über 180 Bewerbungen herausragende Exponate von 25 Nominierten aus, die im Rahmen einer Ausstellung während der gesamten Messe präsentiert werden. Ziel des Preises ist es, kreative und gestalterische Spitzenleistungen im deutschen Kunsthandwerk zu würdigen.

Die Preisverleihung fand am 7. Februar 2025 in einer feierlichen Zeremonie statt. Insgesamt standen 13.000 Euro Preisgeld zur Verfügung. Alle Nominierten erhielten zudem eine Urkunde.

Die Hessischen Staatspreisträger für das Deutsche Kunsthandwerk 2025:

Fabio Vogel, 105ltr forms archetypes | Foto/Set Design: STUDIO TUSCH

Mit dem 1. Preis wurde Fabio Vogel ausgezeichnet.

Zum Wettbewerb reichte Fabio Vogel eine Gruppe von Glasobjekten 105 LTR FORMS ein, die die Jury überzeugte. Ausschlaggebend dafür war die besondere Herangehensweise an das Material Glas und der innovative Produktionsprozess.

Als Basis für die Formgebung dient Vogel ein feuerfestes textiles Material, in das das heiße Glas eingefüllt wird. So kann während des Prozesses das Material noch per Hand verformt werden. Das Textil hinterlässt auf der Oberfläche des Glases ein zartes Dekor. Es wird nachträglich abgestreift. Der obere Glasrand wird geglättet, so dass ein starker Kontrast zum restlichen Glaskörper entsteht. Die Standfläche zeigt einen schönen Faltenwurf und lässt damit Reminiszenzen an das textile Trägermaterial erkennen.

Ludwig Menzel, Kerzenständer Messing | Foto: Nicolas Gemelli

Der 2.Preis wurde Ludwig Menzel zuerkannt.

Ludwig Menzel lernte 10 Jahre lang bei Hermann Jünger, bevor er in Berlin seine eigene Werkstatt aufbaute. Hier hat er in den letzten Jahrzehnten seine ganz eigene Ästhetik entwickelt, in der sich ein spielerischer Drang zum Experimentieren und Hinterfragen des Vertrauten durch technische Meisterschaft manifestiert. Seine Werke sind Ausdruck ungezähmter Kreativität, die national wie international Anerkennung findet.

Zum Wettbewerb reichte er einen aus Messing gegossenen Kerzenleuchter ein, bei dem die Kerzen einarmig angehoben werden und dadurch über der Tafel schweben. Der Leuchter überzeugte die Jury durch seine besondere dreidimensionale Optik und raue Haptik. Der Guss wird nicht geglättet oder poliert, sondern bewusst scheinbar unperfekt gelassen. Der Leuchter mutet surrealistisch an und erinnert an Werke Dalis.

Lydia Hirte, Necklaces „Untitelt“ Foto: Clemens Haufe

Mit dem 3.Preis wurde Lydia Hirte ausgezeichnet

Ihre Arbeiten sprechen von einer tiefen Faszination für die Flexibilität des Zeichenkartons und die Kraft, die er der Gestalterin entgegensetzt. Bei Lydia Hirte nimmt das eher flexible und weiche Material Papier durch die eigens von ihr entwickelte Technik eine erstaunliche Stabilität an. Sie mag es, den Widerstand zu spüren, der ihr vom Zeichenkarton entgegengesetzt wird. Auf diese Weise kreiert sie skulptural schmückende Gebilde, geprägt von Räumlichkeit, Richtung und Bewegung.

Sie schneidet die Formen von Hand. In der Form gleich, haben sie leicht unterschiedliche Längen. Bemalt mit selbstgemischten Kalligrafie-Tuschen, werden die Streifen lasiert. Im Ofen wird die Restfeuchte entfernt. Zu einem Bündel gefasst, fixiert die Schmuckgestalterin sie an einer Stelle und beginnt in den Bündelenden Spannung aufzubauen und sie zu bewegen. Dabei tastet sie sich vorsichtig an die endgültige Form heran, um zu entscheiden, wie und wo die Enden platziert werden müssen, um die Dreidimensionalität des Schmuckstücks zu erzeugen. Durch Festzurren mit Perlseide erfolgt die endgültige Fixierung. Abschlussarbeiten machen es als Schmuckstück tragbar.

Text Jurybegründungen: Dr.Sabine Wilp/ Marianne Kassamba

Herzliche Glückwünsche an die Preisträger und Preisträgerin!

Messe Frankfurt

Halle 3.1, Standnummer 3.1 H 63

Öffnungszeiten: Freitag bis Montag, 7. bis 10.Februar 2025 von 9:00 bis 18:00 Uhr; Dienstag, 11. Februar 2025 von 9:00 bis 17:00 Uhr