Aus dem Büro: Hanau bis 20.02.2024

Die aktuelle Ausstellung im Goldschmiedehaus lädt ein, einen Blick in seine Zukunft werfen. Anlässlich der Planungen zur Einrichtung einer Dauerausstellung legt das Haus seinen Werk- und Gedankenraum offen. Der Ausstellungsraum wird zu einem Büro, Vitrinen zu Pinnwänden und Öffnungszeiten zu Bürozeiten, zu denen das kuratorische Team anwesend und ansprechbar ist. Bei „Aus dem Büro. Eine Befragung der Sammlung“ sind Besuchende eingeladen, sich in die Befragung der Sammlung einzumischen und Assoziationen zu teilen. Mit Zetteln und Klebepunkten können sie ihre Gedanken zu den Exponaten an den Vitrinen anbringen. So entwickelt und verändert sich die Ausstellung durch die Stimmen der Besuchenden. Diese Ausstellung möchte Fragen aufwerfen und weniger Antworten und Erklärungen vorgeben. Denn während der Planungen an der Ausstellung ist das kuratorische Team selbst immer wieder auf Fragen gestoßen: Welche gesellschaftlichen und politischen Themen stecken im Schmuck und Gerät? Was transportieren sie aus ihrer Entstehungszeit? Was davon kann zukünftig im Goldschmiedehaus erzählt werden? Und wie kann das Haus als Ort der Auseinandersetzung mit der Gegenwart gestärkt werden?

Zitat Malte Guttek: „Ich freue mich, dass wir mit dieser Ausstellung von unseren Denk- und Arbeitsprozessen erzählen können. Wir legen offen, was uns beschäftigt und sonst häufig verborgen bleibt. Ganz besonders bin ich aber gespannt zu hören, was die Hanauer und Hanauerinnen von ihrem Museum erwarten.“

Die Sammlungen des Goldschmiedehauses und der Gesellschaft für Goldschmiedekunst e.V. beinhalten eine große Bandbreite von Schmuck-, Gerät- und Gefäßarbeiten. Sie spiegeln nicht nur Hanauer Stadt-, Kunst- und Industriegeschichte, sondern auch wichtige Tendenzen internationaler und nationaler Schmuck- und Silberschmiedepositionen nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute wider. Technische und stilistische Entwicklungen lassen sich an ihnen ablesen und zeugen vom jeweiligen Zeitgeist. Ergänzt werden die Exponate der Sammlungen mit Arbeiten von Studierenden und Alumni deutscher Hochschulen und Akademien. Sie zeigen, welche Themen jüngere Generationen bewegen und wie sie Schmuck als Medium künstlerischen Ausdrucks verwenden. Ihre Arbeiten stehen für kulturelle Identität, Selbstakzeptanz, Trauer, Habitus oder Stigmatisierung.

Die Ausstellungsexponate verdeutlichen vor allem eines: Objekte entstehen nicht ohne Kontext, sie sind nicht immer praktisch und nicht nur zum Schmücken da. Sie können gesellschaftliche Prozesse spiegeln, uns zum Staunen oder Schmunzeln bringen, aber auch irritieren und Fragen aufwerfen.(Pressetext)

Folgende Künstlerinnen und Künstler sowie Hersteller sind in der Ausstellung vertreten:

Friedrich Becker, Helmut Betschler, Rudolf Bott, Albert Bodemer Silberwarenfabrik GmbH & Co. KG, Claus Bury, Anton Cepka, Carl Dau, Sam Tho Duong, Isabelle Enders, Svea Finck, Jerome Funk, Herman Hermsen, Susie Heuberger, Therese Hilbert, David Huycke, Svenja John, Kreuter & Co, Otto Künzli, Bruno Martinazzi, Marie Luise Möller, Azin Ravanshadi, Helena Renner, Masoumeh Rezaeilouyeh, Zhipeng Wang, Jan Wehrens, Silvia Weidenbach, Ebbe Weiss – Weingart, Johann Michael Wilm, Annamaria Zanella, Bo Zhang

Deutsches Goldschmiedehaus Hanau

Altstädter Markt 6

63450 Hanau

Öffnungszeiten: Dienstags bis Sonntags 11:00 – 17:00 Uhr, Montags geschlossen

Offenes Büro: Jeden Dienstag und Donnerstag von 15 – 17 Uhr wird das kuratorische Team in der Ausstellung anwesend sein, um mit den Besuchenden in den Austausch zu treten.