Porzellan & Musik: Berlin am 30.10.2021 | 27.11.2021 | 15.01.2022

Porzellanmanufaktur Fulda, um 1775, Porzellan mit Aufglasur- und Goldmalerei, Höhe 38,8 cm. Foto: Kunstgewerbemuseum SMB / Fotostudio Bartsch, Karen Bartsch, Berlin

Das Kunstgewerbemuseum und das Musikinstrumenten-Museum sind direkte Nachbarn am Berliner Kulturforum. Auch ihre Sammlungen weisen zahlreiche Berührungspunkte auf. In der neu eingerichteten Porzellan- und Fayenceabteilung des Kunstgewerbemuseums lassen sich viele Exponate finden, in denen sich der Musikgeschmack ihrer Entstehungszeit unmittelbar widerspiegelt. Die entsprechenden kostbaren Originalinstrumente sind im Musikinstrumenten-Museum zu sehen.

Eine unerwartete Kooperation ist die Veranstaltungsreihe „Porzellan und Musik“ von Kunstgewerbemuseum und Musikinstrumenten-Museum. Wie beides zusammenhängt und warum es eine fantastische Idee ist, über diese Verbindung verstärkt nachzudenken, erklären Claudia Kanowski vom Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin und Benedikt Brilmayer vom Musikinstrumenten-Museum des Staatlichen Instituts für Musikforschung in einem ausführlichen und inspirierenden Interview HIER

Die Veranstaltungsreihe „Porzellan und Musik” bringt Kunstwerke und musikalische Klänge zusammen. Konzerte direkt vor den Originalen mit Erläuterungen, Tandemführungen –  So werden die Porzellanfiguren zum Klingen und die Musikinstrumente zum Erzählen gebracht.

„Chinoiserien” – Gesprächskonzert mit dem Ensemble Hamburger Ratsmusik
30. Oktober 2021, 14.30 bis 17 Uhr


Porzellan_Musik_Cello
Cellospieler einer Porzellangruppe aus Ludwigsburg, um 1766 © SPK / Friederike Schmidt

Die Wiege des Porzellans steht nicht in Europa, sondern in China. Während der gesamten Barock- und Rokokoepoche war man in Europa fasziniert von chinesischen (und japanischen) Porzellanen. Ebenso gelangte Tee als neues Luxusgetränk nach Europa. Anhand der reichen Porzellan- und Fayencesammlung des Kunstgewerbemuseums lässt sich die Welt der Chinoiserien eindrucksvoll veranschaulichen. Auch die Musikinstrumente der Zeit sind oftmals mit Dekoren „à la chinoise” verziert. Zwischen den einzelnen Musikstücken erläutern die Kurator*innen und Musiker*innen den kulturgeschichtlichen Kontext der „Chinoiserien”.

 

„Von Mandolinen, Lauten und fehlenden Harfen” – Gesprächskonzert mit einem Instrumental- und Gesangsensemble
27. November 2021, 14.30 bis 17 Uhr


Porzellan_Musik_Klavicord
Clavichordspielerin einer Porzellangruppe aus Ludwigsburg, um 1766 © SPK / Friederike Schmidt

Aus dem 18. Jahrhundert sind viele reizvolle Kompositionen für Traversflöte, Mandoline, Harfe und Gesang überliefert. Vier auf Alte Musik spezialisierte Musiker*innen werden zu Beginn der Veranstaltung entsprechende Musikstücke im Musikinstrumenten-Museum zu Gehör bringen. Anschließend erfolgt ein Ortswechsel ins benachbarte Kunstgewerbemuseum: Die um 1775 in Fulda gefertigte „Große Musikantengruppe“ zeigt aus feinstem Porzellan eine Gruppe von Aristokrat*innen, die in genau dieser Zusammensetzung musizieren. Bei genauerem Hinsehen ergeben sich jedoch Fragen: Hat der Modelleur eigentlich eine Mandoline oder eine Laute dargestellt? Und wo ist die Harfe? Die Kurator*innen erklären die Zusammenhänge, und inmitten der Porzellane erklingen weitere musikalische Kostproben.

„Klangsymbiosen”– Ein Wandelkonzert durch die Epochen und Museen mit dem ensemble voces berlin
15. Januar 2022, 14.30 bis 17 Uhr

porzellan_Musik_Geige
Geigenspieler einer Porzellangruppe aus Ludwigsburg, um 1766 © SPK / Friederike Schmidt

Live-Musik einer bestimmten Epoche zu hören und dabei die originalen Kunstwerke aus derselben Entstehungszeit zu betrachten, stellt ein besonderes, synästhetisches Erlebnis dar. Ein a cappella-Programm für vier bis fünf Gesangsstimmen nimmt auf ausgewählte Objekte der Sammlungen beider Häuser unmittelbar Bezug. Es erklingen Werke unterschiedlicher Zeiten – von der Renaissance über Barock und Rokoko bis ins 20. Jahrhundert. Die Vertonungen von Liebesthemen, Schäferidyllen, Jagdszenen und symbolistischen Naturmotiven umspielen die Kunstwerke aus Majolika, Fayence und Porzellan. Im Musikinstrumenten-Museum findet das Konzert seine Fortsetzung, dort mit instrumentaler Begleitung.

Die Veranstaltungen beginnen, wo nicht anders gekennzeichnet, im Kunstgewerbemuseum und werden dann im Musikinstrumenten-Museum fortgesetzt. Die Veranstaltungen sind kostenlos. Die Teilnehmer zahlen lediglich den Museumseintritt. Da die Teilnehmerzahl begrenzt ist, wird um rechtzeitiges Erscheinen gebeten. (Pressetext)

Kunstgewerbemuseum Berlin
Staatliche Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Eingang Kulturforum, Mattheikirchplatz
10785 Berlin

Musikinstrumente-Museum Berlin
Staatliches Institut für Musikforschung
Eingang Ben Gurion Strasse
10785 Berlin