Marit Tingleff. Irdene Dinge: Höhr-Grenzhausen vom 12.06. bis 31.10.2021

Die norwegische Künstlerin Marit Tingleff (*1954) erhebt traditionelle, alltägliche Gebrauchskeramik wie Teller, Stövchen und Schüssel zu kraftvollen, monumentalen Objekten. Tingleff tischt die Dinge des täglichen Lebens auf und lenkt den Blick der Betrachter auf das Übersehene. Ihre großformatigen Werke sind eine Hommage an die Frauen, die das gute Geschirr pflegten und bei besonderen Gelegenheiten mit Stolz präsentierten. Der Hinweis auf die Rolle der Frauen in unserer Alltagskultur zeigt Tingleff nicht nur in der Form, sondern auch in ihrem Arbeitsprozess: die mit Tonschlicker bemalten Oberflächen wäscht sie mehrmals ab, damit eine vielschichtige, rhythmische Malerei entsteht. So serviert sie die Farben der Erde auf ihren Platten.

Gleichzeitig nimmt die nordische Landschaft eine Hauptrolle in ihrem Werk ein. Mit ihrer abstrahierten Landschaftsmalerei wird die Außenwelt nach innen gebracht. Tingleff bevorzugt Rohstoffe aus ihrer Region. Ihre größten Arbeiten waren jedoch nur mit Westerwälder Ton umsetzbar. Dazu besuchte sie die Lagerstätten der Firma Goerg & Schneider und suchte sich persönlich das Material aus. Diese Arbeiten werden in der Ausstellung gezeigt.
Marit Tingleff gehört zu den renommiertesten Keramikkünstlern Norwegens. Bis 2016 war sie Professorin für Keramik an der Nationalen Akademie der Künste (KhiO) in Oslo. Ihre Werke sind u.a. im Victoria & Albert Museum, National Museum Oslo und im Designmuseum Denmark zu sehen. Dies ist ihre erste Ausstellung in Deutschland, die Rahmen des diesjährigen Mottos „Kompass Europa: Nordlichter“ des Kultursommers Rheinland-Pfalz stattfindet. Die Ausstellung wird großzügig gefördert von dem Norwegischen Auswärtigen Amt sowie Norwegian Crafts. Leihgaben kommen aus dem Nasjonalmuseet in Oslo und KORO, sowie der öffentliche Sammlung des Kulturministeriums. (Pressetext)

Keramikmuseum
13 Lindenstraße
56203 Höhr-Grenzhausen

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag 10 – 17 Uhr
Bitte beachten Sie hier die Voraussetzungen für Ihren Besuch und melden Sie sich kurz unter 02624-946010 oder kontakt@keramikmuseum.de an.

Sehenswert! ein Video-Gespräch mit der Künstlerin: