Drawn to the Net – Jewellery and Art: München vom 24.05. bis 29.06.2019

´Drawn to the Net´ stellt 12 internationale, zeitgenössische Positionen aus den Bereichen Schmuck und bildende Kunst vor, die in einen Dialog zum Thema treten. Ganz im Sinne des interdisziplinären Charakters des Begriffes finden dabei die Disziplinen zueinander und bilden neue Synthesen – denn das Netz ist als Metapher nur so stark, wie es aus seiner formalen Erscheinung heraus bezeichnet und begriffen werden kann.

Das Netz ist formal gut zu begreifen – man denke dazu an Phänomene aus Natur, Kultur, an Spinnennetze, Fischfang oder an ein Fußballtor. So standen am Beginn meiner Untersuchung das Netz als textiles Phänomen und die Suche nach einem Urnetz, nach der grundlegenden Schnittmenge aller Netzgefüge, um schließlich die vielfältigen Ausdrucksformen begreifen zu können.

Aber auf einer nicht-gegenständlichen Ebene spannt der Begriff des Netzes auch ein Feld auf, indem wir uns heute teils bewusst, teils unbewusst bewegen. Und der Blick auf das digitale Netzwerk, die Netzwerkforschung und die Netzwerktheorie ließen die Erkenntnis reifen, dass sich der Begriff des Netzes eben nicht einfangen lässt, sondern vielmehr von seinen Schwellenbereichen und der wachsenden Metaphernwelt, die sich um ihn herum entsponnen hat, lebt.

Das Netz ist ein (rhythmisches) System von Verbindungen, welches Flächen, Körper, Räume sowie Bewegungen zueinander in Beziehung setzt: Netze werden geknüpft. Netze wachsen. Netze werden gespannt. Netze werden freigelegt.

Zwischen Maschenbild und Netzwerkforschung entspinnt sich – im Wortsinne – ein Vexierbild, angesichts dessen ich frage: Welche Inhalte können über Netze transportiert werden? Wie sehen Verbindungen von formalen Zitaten und Kommunikations-strukturen aus? Welche Möglichkeiten bietet dieses Feld für den zeitgenössischen Schmuck?

Text: Katharina Kielmann, Kuratorin der Ausstellung

teilnehmende KünstlerInnen (verlinkt):
Mario Albrecht, Esther Bott, Caroline Broadhead, Katherine Claypole, Elisabeth Habig, Anke Hennig, Hans Houwing, Einat Leader, Giulia Savino, Dorit Schubert, Theresa Storbacka, Micha Wille

Bayerischer Kunstgewerbeverein e.V.
Pacellistraße 6-8
80333 München

Öffnungszeiten: Mo – Sa von 10 bis 18 Uhr

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Anke Hennig Collier