Schmuckundhülle – einebeziehung: Weiden vom 09.04. bis 26.05.2019

Monika Vessely, Goldschmiedin + Nadine Elda Rosani, Holzbildhauerin

Das Objekt Schmuck und das Objekt Hülle – zwei Dinge, die zueinander in ganz besonderer Beziehung stehen. Das Schmuckstück – „glänzend“, eigenständig, die Hülle – zurückhaltend, dienend? Jedoch, das Eine bedarf des Anderen: das Juwel bliebe ohne Umhüllung schutzlos und verletzlich, die Hülle ohne Inhalt zweck- und bedeutungslos. Beide haben einander etwas zu geben, sie sind auf Augenhöhe, ergänzen einander, werten einander auf. Die Hülle bietet Schutz, Bewahrung, Podest, Bühne, sie gewährt dem Schmuck den großen Auftritt, zuteilwird ihr dafür Persönlichkeit, Bedeutung, Inhalt. Es entsteht Synergie, aus Synergie wird Symbiose.

Die Wechselwirkung zwischen einem Objekt und dem umgebenden Raum untersuchten 32 Künstlerinnen der GEDOKmünchen im Rahmen des schmuckundhülle-Projektes über einen Zeitraum von vier Jahren. Seit 2016 fanden sich in jedem Jahr acht Teilnehmerinnen aus unter- schiedlichen Sparten der angewandten Kunst zu Paaren zusammen um einen Spannungsbogen zwischen Schmuck und Hülle zu schlagen. In Weiden werden erstmals alle Arbeiten, die im Rahmen des Projektes schmuckundhülle entstanden sind, in einer umfassenden Ausstellung gezeigt.

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Susanne Elstner, Goldschmiedin + Karin Traxler, Papier

Die Zusammenführung eigenständiger kunsthandwerklicher Disziplinen führte zu einer frischen Betrachtungsweise der eigenen Arbeit, aus der sich völlig neue Objekte entwickelten, die die traditionelle Bedeutung der Begriffe von „Schmuck“ als tragbarem, also mobilem Objekt und der statischen „Hülle“ aufheben. In allen Interpretationen vereinen sich Objekt und Umgebung zu einem symbiotischen Ganzen. Sie gehen ein reges Wechselspiel ein, sich gegenseitig inspirie- rend, belebend, reflektierend. Die Hülle wirkt schützend und wertschätzend zugleich – der kost- bare Inhalt unterstreicht ihre eigenständige Ausdrucksform. Formvariation, Materialfülle und Far- benvielfalt der Einzelstücke sprengen die herkömmlichen Grenzen. Die Spanne zwischen klassi-scher und konzeptioneller Auffassung des Themas verspricht eine abwechslungsreiche Werk- schau, die in diesem Frühjahr im Internationalen Keramik-Museum in Weiden erstmals in dieser Fülle zu erleben sein wird.

Die teilnehmenden Künstlerinnen überspannen den Bereich von Blumenkunst über Glas und Licht, Gold- und Silberschmiedekunst, Holzbildhauerei, Keramik-, Leder-, Papier- bis Textil- Kunst. Sie gehören verschiedenen Regionalverbänden der GEDOK an, der größten und traditi- onsreichsten Organisation für professionell künstlerisch tätige Frauen in Deutschland, oder sind Gäste für dieses Projekt, das von der GEDOKmünchen initiiert wurde,

 Internationalen Keramik-Museum Weiden , Muttone-Raum
Luitpoldstrasse 25
92637 Weiden in der Oberpfalz

Öffnungszeiten: 11:00 – 17:00  Uhr ausser Montags

Im April 1990 wurde das Internationale Keramik-Museum als Zweigmuseum der Neuen Sammlung München im sog. Waldsassener Kasten, einer eigens zu diesem Zweck vorbildhaft sanierten barocken Klosteranlage, in Weiden eröffnet. Träger ist die Stadt Weiden. Ermöglicht wurde dies im Rahmen des 1979 von der Bayerischen Staatsregierung verabschiedeten Museumsentwicklungsprogramms. Das von der Neuen Sammlung erarbeitete, völlig neuartige Konzept, sieht nicht nur alternierend Ausstellungsbeiträge aller bayerischen Staatsmuseen mit Keramikbeständen vor, sondern auch wechselnde Sonderausstellungen zu unterschiedlichen Themen.