Unvergleichlich – Kunst aus Afrika im Bode-Museum: Berlin vom 27.10.2017 bis Frühjahr 2019

Chibinda Ilunga, Angola Chokwe, 19. Jh., Holz, Baumwollgewebe, Haare, Pflanzenfasern, Glasperle, Staatliche Museen zu Berlin, Ethnologisches Museum, © SMB, Ethnologisches Museum, Claudia Obrocki

Erstmals werden auf der Museumsinsel Berlin die skulpturalen Traditionen Afrikas und Europas in einen direkten Dialog treten. Über 70 Hauptwerke afrikanischer Skulptur aus dem Ethnologischen Museum sind ab Oktober 2017 im Bode-Museum zu Gast. Kunst aus West-und Zentralafrika trifft auf Meisterwerke aus Byzanz, Italien und Mitteleuropa – noch nie wurden die Skulpturentraditionen der beiden Kontinente so umfangreich miteinander verglichen.

„Die Umzugsvorbereitungen für das Humboldt Forum bieten uns die einmalige Gelegenheit, die außereuropäischen Bestände der Staatlichen Museen in spannende, sammlungsübergreifende Dialoge zu setzen“, so Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatliche Museen zu Berlin und Direktor der Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst. „Das anregende Zusammenspiel der afrikanischen Skulpturen mit unserer eigenen Sammlung verspricht nicht nur ein Fest für die Sinne zu werden“, so Julien Chapuis, Leiter der Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst, „sondern wird grundlegend zu neuen Erkenntnissen führen.“

In der Schausammlung sowie in den Ausstellungsräumen unter der Basilika veranschaulichen die über 20 Gegenüberstellungen große menschliche Themen wie Macht, Tod, Schönheit, Erinnerung, Ästhetik und Identität. Unerwartete Übereinstimmungen und Unterschiede werden sichtbar: Der Putto mit Tamburin des Renaissance-Bildhauers Donatello scheint die frühneuzeitliche Prinzessin aus dem Königreich Benin zu einem Tanz aufzufordern. Die spätgotische Schutzmantelmadonna von Michel Erhart tritt in unmittelbarer Nähe zu einer Kraftfigur aus dem Kongo auf, die ebenfalls zum Schutz der Bevölkerung geschaffen wurde. Der romanische Christus als Richter aus der Klosterkirche Gröningen und die große Ngil-Maske aus der Fang Region von Gabun oder Kamerun sind beide ehrfurchteinflößende Darstellungen von Urteilsverkündern. Mythische Helden aus Zentralafrika nehmen ihren Platz zwischen christlichen Figuren der Spätgotik ein und eröffnen neue Sichtweisen auf beide Sammlungen.

Begleitend zur Ausstellung erscheinen ein umfangreicher Katalog sowie eine App, die die Themen der Ausstellung pointiert vertiefen. Die Ausstellung sowie die App werden großzügig gefördert durch das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz. (Pressetext)

Museumsinsel Berlin, Bode-Museum, Am Kupfergraben, 10117 Berlin

Öffnungszeiten: Di – So 10 – 18 Uhr, Do 10 – 20 Uhr

8347 Christus im Elend
Christus im Elend, Hans Leinberger, ca. 1525, Lindenholz, alte Fassung, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst, © SMB, Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst, Antje Voigt

 

 

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