The winner is …Talente: Preisverleihung auf der IHM 15.03.2015

Eine vielfältige Talente Ausstellung auf der Internationalen Handwerksmesse in München (11. bis 17.März 2015) mit 99 Exponaten begeisterte das IHM Publikum, das durch eine Fülle neuer Ideen in Technik und Gestaltung beeindruckt wurde.

Die Talente Auszeichnungen gingen an folgende Nachwuchstalente, denen ich an dieser Stelle auch sehr herzlich gratuliere:

Talente_Anne_MartinHula
Anne Martin, Halle, „Reifen“ Installation (Tetail) Glas, formgeschmolzen, geschliffen, poliert, DM 90 x 2,5 cm; DM 85 x 1,5 cm

Anne Martins Arbeit besteht aus drei Reifen aus formgeschmolzenem Glas, die an Hula-Hoop-Reifen erinnern und von ihr als Sinnbild für Zustände des Antreibens und des Getriebenseins dienen.

Sarah Pschorn hat eine Vorliebe für den Barock – eine Epoche, die sie in ihren Vasen mit viel Ironie aufgreift und variiert. Dabei kombiniert sie auf der Töpferscheibe gedrehte Partien mit Fundstücken und Abgüssen, einen Formenvorrat, aus dem sie collageartig unterschiedliche Vasenformen zusammenstellt.

Mark Damen erprobt neuartige Verbindungsarten im Möbelbau, die als Elemente der Gestaltung sichtbar bleiben. Kenntnisse und Erfahrungen aus dem Möbel- wie Metallbau kombiniert er dafür, z.B. für die Serie „Als gegoten“ schmilzt er Aluminium bei 800°C und fräst Gruben aus dem Holz, in die das Metall gegossen wird. Nach dem Erkalten ergibt das eine stabile Verbindung zwischen beiden Materielaien.

Talente_Selma_Houissa4042Selma Houissa aus Tunesien hat eine einfache Maschine zum zerschneiden von PET- Plastikflaschen entwickelt, mit der die Flaschen in Streifen, Bänder und Fäden verschiedener Breiten zerschnitten und auf Spulen aufgewickelt werden. Diese Fäden sind robust, flexibel und transparent und können nun auf die unterschiedlichste Art und Weise wieder verwertete werden. Der Recssourcenverbrauch wird durch dieses Verfahren minimiert und die Umwelt durch den Verzicht auf aufwendige Wiederaufbereitungsmaßnahmen geschont.

Die Wippe „Ensemble“ erlaubt es vier Personen gelichzeitig die Wippe zu benutzen und damit das Gefühl von Balance zu erleben. Das System der Wippe ist in sich geschlossen, die Aktionen bedingen einander. Die Wippe vereint ein dynamisches und ein statisches Gleichgewicht. Den genialen Konstrukteur Matthias Pötz erreicht man unter matthias.poetz@gmail.com

Fynn Freyschmidt beschäftigt sich mit pneumatischem Strick oder pneumatisch-kontraktilem Textil, für das er verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten vorschlägt. Ein pneumatischer Faden verstrickt sich zu einem Textil mit ganz besonderen Eigenschaften: Entlüftet ist es weich und flexibel, bepumpt aber derart fest und dicht, dass es als Helm  einen Kopf schützt und als Universalverbinder Objekte und Materialien knallfest aneinander fesselt.

Ravit Hefers opluent wirkenden Textilien basieren auf ungewöhnlichen Materialien und entstehen in aufwendigen Prozessen – sie kombinieren Strick mit Metall zu bizarren Texturen. Im Mittelpunkt ihres Projektes stand die Frage nach der visuellen Umsetzung von geheimen Wünschen und Gefühlen.

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Jing Yang, Halsschmuck aus der Serie „ich bin keine Vase“, Messing, gelötet, Baumwollband, 15 x 10 x 76 cm

Jing Yang setzt sich mit ihren „Vasenanhängern“ nicht nur mit genderspezifischen Stereotypen ihrer Heimat China auseinander, sondern auch mit spielerischen Formanalysen. In China dient die Vase als Sinnbild für eine schöne, aber dumme Frau. Entsprechend ist der Titel „ich bin keine Vase“ als selbstbewußtes Statement zu verstehen.

Den vollständigen Katalog der Ausstellung „Talente 2015“ erhält man über

Dr. Michaela Braesel, Telefon 089 5119-293
michaela.braesel@hwk-muenchen.de

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