A shared silence: Idar-Oberstein vom 01.04. bis 15.05. 2026

Arianaz Dehghan

Die Jakob Bengel-Stiftung bietet seit 25 Jahren mit ihrem Ausstellungs- und Artist-in-Residence-Programm einen Begegnungs- und Kulturort für Schmuck- und Kunstschaffende. Sie gibt den Künstler*innen Raum, ihre Arbeiten und die darin enthaltenen Themen der Öffentlichkeit zu präsentieren, und fördert dabei insbesondere komplexe und politisch aktuelle Diskurse.

Pegah Vedad

Die kommende Ausstellung „A shared silence“ zeigt die Positionen von 13 iranischen Schmuckkünstler*innen in der Villa Bengel in Oberstein. Sie alle kamen nach Idar-Oberstein, um am Campus Edelstein und Schmuck der Hochschule Trier zu studieren. In den letzten Jahren sind die Studierendenzahlen aus dem Iran insbesondere für den englischsprachigen Masterstudiengang stark gestiegen, wobei überwiegend Frauen nach Idar-Oberstein kommen, deren Lebensumstände im Iran besonders hart sind. Anders als im Iran können sie hier frei und ohne Unterdrückung leben und ihre künstlerische Arbeit ohne Zensur ausüben und zeigen. Diese räumliche Distanz zu ihrem Heimatland und die körperliche Unversehrtheit bedeuten jedoch keinesfalls eine Abkehr von einer gesellschaftskritischen Auseinandersetzung mit dem politischen System im Iran. Im Gegenteil – die ausgestellten Arbeiten verkörpern die Suche nach der eigenen Identität in einer neuen Lebenssituation sowie die gleichzeitige tiefe Verbundenheit mit der iranischen Bevölkerung, den eigenen Erfahrungen und den Berichten von Familie und Freunden, die in der Heimat verblieben sind.

Niyousha Moosavi

Die aktuelle Situation im Iran, insbesondere die ständige Ungewissheit, stellt eine große Belastung für die in Deutschland lebenden Künstler*innen dar, die sie in subtiler Weise in ihren Arbeiten verarbeiten und ausdrücken. Wenn Worte fehlen, kann Kunst ein Medium sein, um komplexen Emotionen Form zu geben und sie auch für Außenstehende erfahrbar zu machen. Fragile Materialien, gebrochene Formen und „verletzte“ Oberflächen zeigen Fragilität, aber auch Stärke. Schweigen bedeutet Akzeptanz. Jede Stimme zählt und trägt dazu bei, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen und Veränderung zu ermöglichen. Das gilt über alle Zeiten hinweg, aber insbesondere in unserer Gegenwart, die von globalen Krisen und unermesslichem Leid geprägt ist. Die Künstler*innengruppe wünscht sich, dass die Besucher*innen der Ausstellung sich die Zeit nehmen, ihren Arbeiten bewusst und empathisch zu begegnen. (Pressetext)

Sara Heidary

Die Eröffnung findet am Mittwoch, 1. April 2026, 18:30 Uhr in der Villa Bengel und via Livestream über den Instagram-Account der Jakob Bengel-Stiftung (jakobbengel) statt, mit Grußworten von Peter Wenzel, Landrat Miroslaw Kowalski und einer kurzen Einführung von Prof. Theo Smeets.

Zur Ausstellung erscheint eine Publikation.

Villa Bengel, Wilhelmstraße 44, 55743 Idar-Oberstein

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag: 10:00 – 17:00 Uhr