Wabi-Sabi|lab: Domaine de Quincampoix (F) vom 19. bis 22.03.2026

© Dietlind Wolf

Wabi-Sabi, diese uralte Philosophie, die das Unvollkommene wertschätzt, prägte die japanischen Künste auf höchstem Niveau. Heute ist sie dabei, zu einer „vom Aussterben bedrohten Art“ zu werden. Schlimmer noch … diese Ästhetik des Zeitlosen, die sich gerade durch die Patina der Zeit bereichert, wird vom Massenmarkt vereinnahmt und hält Einzug in die Werbung für Konsumgüter, die schnell aus der Mode kommen und weggeworfen werden: ein völliger Widerspruch!

Wabi-Sabi lässt sich nicht auf Formeln oder Floskeln reduzieren, ohne dass man dabei sein Wesen zerstört.

Daher gründeten Thierry Grundman und Daniel Rozensztoch, zwei Sammler mit unstillbarer Neugier, das
Wabi-Sabi lab, in dem sich Wabi-Sabi und/oder die kreative, ja sogar experimentelle Dimension, die das Suffix „lab“ andeutet, vereinen. Eine Mischung, getragen vom selektiven Blick vder beiden Kuratoren. Eine ästhetische und szenografische Entscheidung. Ein Manifest, das sich auf die Grundlagen des Wabi-Sabi selbst beruft und sich damit weit entfernt von dem Modephänomen, zu dem es geworden ist.

 

© Felix Votteler

 Wabi-Sabi lab ist eine bewusste Entscheidung, eine Auswahl an Marken, Galerien, Künstlern, Handwerkern, Designern, Verlagen und Materialanbietern, die im Einklang mit der Absicht, Thierry Grundmans und Daniel Rozensztochs Vision und ihrem ausgeprägten Geschmack steht – mit all der Subjektivität, die ihre Entscheidungen mit sich bringen. Man kann von Quintessenz und Nüchternheit sprechen, von Zeitlosigkeit, Unvollkommenheit, Rohheit, Zerbrechlichkeit oder Sensibilität, von Lebendigkeit, von Know-how, von Beständigkeit, von Einzigartigkeit, von Einfachheit – was einen Hauch von Raffinesse nicht ausschließt, denn sie befreien uns von Dogmen und beanspruchen die Freiheit, einen Schritt zur Seite zu machen oder Abwege einzuschlagen. Es handelt sich also um ein Kollektiv von Akteuren, die vier Tage lang und an einem Abend auf einer 1500 m² großen, szenografisch gestalteten Parcour Stücke präsentieren, die für ihr Universum charakteristisch sind. Eine harmonische Auswahl der Stücke, eine Verschmelzung von Sensibilitäten, vereint durch ästhetische Kohärenz, sich ergänzende Universen und umgesetzte Synergien.

Wabi-sabi Lab ist keine klassische Fachmesse mit Ständen, Ausstellern und Marken, die manchmal ohne Zusammenhang nebeneinander stehen. Keine kolossalen Ausstellungshallen, sondern im Gegenteil ein Ort von Prestige ohne Prunk. Es gibt keine Organisatoren und keine Aussteller, sondern engagierte Akteure.

Domaine de Quincampoix

Rue de Roussigny, 91470 Les Molières en Vallée de Chevreuse, Frankreich

Vernissage: Donnerstag, 19. März 2026 (17–21 Uhr)

Öffnungszeiten: Freitag, 20. März (10–19 Uhr), Samstag, 21. & Sonntag, 22. März (10–19 Uhr)