150 Jahre Museum für Völkerkunde: Dresden bis 26.04.2026

Kamel, Saurashtra und Rajasthan, vor 1976

Das Museum für Völkerkunde Dresden, eine Einrichtung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), wurde 1875 gegründet. Die Museumsgründung vor 150 Jahren gibt Anlass für die Sammlungspräsentation „150 Jahre Museum für Völkerkunde Dresden. Einblicke – Geschichten – Stationen“ im Japanischen Palais. Ausgangspunkt der Präsentation ist die Sonderausgabe der Publikation „Dresdner Kunstblätter“ (3/2025), die zentrale Kapitel der Sammlungsgeschichte sowie Arbeitsbereiche des Museums beleuchtet. Gezeigt werden ausgewählte Objekte und Geschichten sowie Menschen, die das Haus von seinen Anfängen bis in die Gegenwart geprägt haben. Ergänzend eröffnen „Satellitenstationen“ mit einzelnen Objekten und Objektgruppen in anderen Museen der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden neue Perspektiven auf die ethnographische Sammlung.

Specksteinfigur: wohl Glücksgott Budai, China, Qing-Dynastie (1644-1911), Ära Kāngxī (1661-1722)

Anstelle einer chronologischen Rückschau werden in der Ausstellung thematische Schlaglichter gesetzt: auf Objekte, museale Perspektiven und auf Fragen, die sich im Lauf von 150 Jahren verändert haben, aber dennoch aktuell sind. Präsentiert werden einzigartige Nephrit- und Jade-Objekte, die im 19. Jahrhundert wegen ihres Materials weltweit Aufmerksamkeit fanden oder Specksteinfiguren aus der kurfürstlichen Sammlung Dresdens. Schmuckstücke aus Nordafrika verdeutlichen das Sammelinteresse Anfang des 20. Jahrhunderts und Objekte aus Kamerun, Vietnam und Chile stehen wiederum für das Ausstellungs- und Forschungsinteresse während der DDR-Zeit. Federschmuck aus Brasilien und Keramiken aus Tunesien geben Einblicke in Forschungsreisen und Kooperationen nach 1990, als Ethnologen und Ethnologinnen ihre Forschungsgebiete meist erstmals besuchen durften.

Blick in die Ausstellung

Die Satellitenstationen in weiteren Häusern der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden bringen die Objekte des Museums für Völkerkunde Dresden in einen Dialog mit anderen Sammlungen und eröffnen so überraschende Perspektiven auf Verbindungen, Kontraste und gemeinsame Geschichten. So verweisen beispielsweise im Museum für Sächsische Volkskunst paillettenbesetzte Stofftierfiguren aus Rajasthan und Gujarat in Indien auf das Interesse der DDR-Regierung an indischer Volkskunst. Ein Pastell in der Gemäldegalerie Alte Meister thematisiert die Geschichte von Völkerschauen in Dresden und eröffnet so einen kritischen Blick auf koloniale Bilderwelten. Im Mathematisch-Physikalischen Salon macht ein Kompass aus China deutlich, wie eng die Sammlung des Museums mit den ehemaligen königlichen Sammlungen Dresdens verknüpft ist. (Pressetext)

Japanisches Palais
Palaisplatz 11
01097 Dresden

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag 10—17 Uhr

Die Sonderausgabe der Publikation „Dresdner Kunstblätter“ (3/2025) mit einer Fülle äusserst lesenswerter Texte > hier bestellen 

Das 150. Gründungsjahr des Museum für Völkerkunde Dresden bietet  Anlass, um auf prägende Etappen der Institutionsgeschichte zurückzublicken. Das Jubiläum steht im Zeichen des Innehaltens, des Nachdenkens über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer Institution, die etwa 90.000 Artefakte und Kunstwerke aus aller Welt bewahrt – zusammengetragen von Reisenden, Missionaren, Händlern, Kolonialbeamten und Wissenschaftlern. Über Generationen prägten Museumsmitarbeiter die Erforschung und Interpretation der Kulturzeugnisse, wobei sich die Perspektiven auf den Objektbestand und die Methoden zu seiner Bearbeitung im Laufe der Jahrzehnte ebenso gewandelt haben wie die Art seiner Präsentation und der damit verbundenen Bildungsanliegen.