Eva Jospin „Grottesco“ & Claire Tabouret „D´un seul souffle“: Paris bis 15.03.2026

Eva Jospin: Grottesco

In diesen Tagen werden im Grand Palais von Paris zwei faszinierende Positionen angewandter Kunst präsentiert. Die Künstlerin Eva Jospin zeigt ihre überwältigende Installation „Grottesco“, eine Reise voller Wälder, Höhlen und imaginärer Architekturen. Claire Tabouret mit „D’un seul souffle“ die Kulissen eines monumentalen Projekts: die zukünftigen zeitgenössischen Glasfenster von Notre-Dame de Paris.

Eva Jospin vereint mehr als fünfzehn Werke, von denen einige speziell für die Ausstellung geschaffen und zum ersten Mal präsentiert werden, während andere emblematische Motive aus ihrem Schaffen wieder aufgreifen. Der Titel der Ausstellung, „Grottesco“, ist inspiriert von der Legende eines jungen Römers, der in eine Höhle stolperte, wo er vergessene Fresken aus der Domus Aurea entdeckte. Aus diesem höhlenartigen, verschütteten Palast entspringt das „Groteske“, aus dem Eva Jospin ihre Assoziationen spinnt. In einem Stil, in dem sich Vegetatives, Architektonisches und Fantastisches miteinander verflechten. Die Ausstellung nimmt die Besucher mit auf eine Reise durch eine eigene Welt: Vorgebirge, Kenotaph, Grotte, Ruinen und Wald folgen aufeinander, verändern ständig die Wahrnehmung und offenbaren neue Motive. Ihre Installationen errichtet und komponiert sie aus Wellpappe, die sie in Blöcken zusammenklebt um sie dann als Material zu schnitzen, zu schneiden und zu besticken sodass sie aus der Nähe wie aus der Ferne optisch immer neue Impressionen erschaffen.

Claire Tabouret, Ausstellungsansicht | Foto: Simon Lerat, Grand Palais

Claire Tabouret präsentiert unter dem  Titel „D’un seul souffle“ (Aus einem Atemzug) lebensgroße Modelle, Skizzen und Vorarbeiten für die sechs Glasfenster, die sie für die Kathedrale Notre-Dame in Paris geschaffen hat. Als Gewinnerin des im Dezember 2024 vom Kulturministerium in Zusammenarbeit mit dem Atelier Simon-Marq organisierten Wettbewerbs gewährt sie Einblicke hinter die Kulissen dieses außergewöhnlichen Projekts. Jedes Modell ist eine lebensgroße Reproduktion eines Fensters im südlichen Seitenschiff der Kathedrale. Sie wurden in Monotypie hergestellt, einer von der Künstlerin häufig verwendeten Drucktechnik, und mit Schablonen für die Rosetten und dekorativen Motive verziert. Diese Entwürfe respektieren das neutrale Licht des Gebäudes und schaffen einen sanften Übergang zu den Glasfenstern von Viollet le Duc, während sie gleichzeitig leuchtende, ausgewogene Farben bieten. Inspiriert vom Thema Pfingsten, einem Symbol für Einheit und Harmonie, lädt Claire Tabouret ein, in die Intimität ihres Schaffensprozesses einzutauchen.

Grand Palais

1 Avenue Winston Churchill, 75008 Paris

Eingang: Rotonde Clarence Dillon

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 10 bis 19.30 Uhr, Freitags bis 22 Uhr