Hessischer Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk 2026
Der Hessische Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk ist der älteste Staatspreis Deutschlands und der einzige, der überregional ausgeschrieben wird. Er wird im Rahmen der Internationalen Frankfurter Ambiente, die vom 6. bis 10. Februar 2026 stattfindet, verliehen werden.
Die Jury wählte im Dezember 2025 aus den rund 140 Bewerbungen 25 herausragende Nominierte aus. Ihre Exponate werden während der gesamten Laufzeit der Ambiente Messe in Frankfurt ausgestellt. Die feierliche Preisverleihung findet am 6. Februar 2026 auf dem Frankfurter Messegelände statt. Alle Nominierten erhalten eine Urkunde, das Preisgeld beträgt insgesamt 13.000 Euro und wird vom Hessischen Wirtschaftsministerium zur Verfügung gestellt.
Der Preis würdigt kreative und gestalterische Spitzenleistungen im deutschen Kunsthandwerk und setzt seit 1951 Maßstäbe für herausragendes Design und Handwerkskunst. Die PreisträgerInnen 2026:

1. Preis des Hessischen Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk 2026:
Pura Ferreiro steht für exzellentes Handwerk und künstlerisch hochwertiges Design. Ihre Arbeiten sind extrem arbeitsaufwändig. Ihr Stil ist unverwechselbar. Bekannt ist die Münchner Goldschmiedin wegen ihrer Faszination für die Granulation, mit der sie sich seit 1990 beschäftigt. Winzige Kügelchen aus Gold werden ohne Lot auf die Schmuckstücke aufgeschweißt. So entstehen feinste Ornamente, Muster, Formen und Linien auf der Oberfläche der Objekte.
Für den Wettbewerb reichte Ferreiro ihr „Third-Millennium-Revival-Necklace“ ein. Einen großen Halsschmuck, der aus granuliertem 900/- Gold und schwarz oxidiertem 925/- Silber besteht. 260 Einzelteile bilden eine 100 cm lange Kette, die von antiken, hellenistischen Vorbildern inspiriert ist.
Alle goldenen Elemente sind mit unterschiedlichen Mustern granuliert. Versteckt zwischen Bucheckern und Amphoren findet der aufmerksame Betrachter drei Figuren: Einen gottgleichen, geflügelten Geschäftsmann (Eros), eine tanzende Influencer-Göttin (Nike) und einen Astronauten (Der Mensch wird selbst zum Gott und erkundet das Universum). Drei Platzhalter für die Götter und Göttinnen unserer Zeit.(Jurystatement)
Martin Wilmes lebt und arbeitet in Bremen. Er hat eine Lehre zum Möbeltischler absolviert und sich 2000 mit einer eigenen Werkstatt selbständig gemacht, um seinen künstlerischen Ideen Raum zu geben. Seine Möbelkunst wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Kern seiner Tätigkeit und seines künstlerischen Selbstverständnisses ist die Erarbeitung freier Werkstücke aus Massivholz, in denen er seine gestalterischen Ideen und Prinzipien umsetzt und weiterentwickelt.
Die Arbeiten von Martin Wilmes sind im Grenzbereich zwischen Objekt und Möbel angesiedelt: sie können frei im Raum stehen und ihre skulpturale Wirkung voll entfalten. Dabei bleibt die Funktionalität immer gegeben. Die ästhetische Wandelbarkeit der Möbelobjekte überzeugt. Die Flächen sind mit Kreidefarbe gestaltet, sie akzentuieren die Strukturen und ermöglichen variable Ansichten beim Vertauschen und Drehen von Schubladen, Platten und Türen. Sein jüngstes Stück „Round About“ ist aus europäischem Ahorn gefertigt, mit Kreidefarbe belegt, der Drehkranz besteht aus Stahl. Ein Schrank, der an luftiger Leichtigkeit nicht zu überbieten ist. (Jurystatement)

3. Preis des Hessischen Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk 2026:
Der Schmiede- und Metallbaumeister Günter Matten baut seit 1976 einzigartige Feuerstellen, die von Hand gefertigt werden. Dafür wurde er bereits 1988 mit dem Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk ausgezeichnet. Jetzt hat er es mit der von ihm gestalteten Feuerstelle „FARO“ erneut auf das Siegertreppchen geschafft. Was besonders überzeugt ist der ästhetisch behutsame Umgang mit dem Element Feuer, wobei Sicherheit und hohe Funktionalität als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Die klare Form und die Metallfarbe sind besonders gut geeignet, das lebendige Formenspiel und die glühenden Farben der Flammen zu Geltung zu bringen.
Sein Exponat: eine ungewöhnliche, sowohl innen wie außen um 360 Grad drehbare Feuerstelle. Die Außenverkleidung besteht aus Tombakrohren. Was an der Feuerstelle besonders fasziniert: sie ermöglicht einen Blick direkt ins Feuer bei geöffneter Front oder alternativ durch die Zwischenräume der senkrechten Stäbe bei geschlossener Front. (Jurystatement)

Förderpreis des Hessischen Staatspreis für das Deutsche Kunsthandwerk 2026:
Maurizio Paul Hirmer ist einer der ganz wenigen Kunsthandwerker in Deutschland, der sich der Federkunst verschrieben hat. Seit seiner Kindheit faszinieren ihn organische Formen aus der Natur. Das prägt seinen gestalterischen Ansatz. Inspiriert von Flora und Fauna verbindet Maurizio Paul Hirmer in seinen Arbeiten Ästhetik mit Verantwortung: ökologisch, gesellschaftlich und kulturell. Während seines Fashion- Design-Studiums entwickelte er ein nachhaltiges Materialverständnis und den Wunsch, handwerkliches Wissen in zeitgenössische Kontexte zu überführen.
Im Fokus stehen handgefertigte Arbeiten, die sich mit der Beziehung von Mensch, Natur und Identität auseinandersetzen. Seine Federkunstwerke basieren auf einer von ihm weiterentwickelten Variante der Puttawus-Knotentechnik, inspiriert von der Federkunst nordamerikanischer Ureinwohner. Daraus entstehen Netzstrukturen, auf denen Federn einzeln vernäht werden. Hirmers Objekte bewegen sich zwischen tragbarer Dekoration, Wandobjekt, traditionellem Handwerk und zeitgenössischem Design mit dem Ziel, nachhaltige Alternativen aufzuzeigen und kulturelles Erbe erfahrbar zu machen. (Jurystatement
zusätzliche Informationen zum Hessischen Staatspreis 2025 gibt es auf dieser > Website
Ausstellung:

