Im Spannungsfeld zwischen Kunst und Couture beleuchtet die Ausstellung „Gallery Looks“ die Begegnung der Alten Meister mit der Mode der Gegenwart – in Entwurf, Fotografie, Film und Haute Couture. Wo historische Meisterwerke auf moderne Modevisionen treffen, entfaltet sich ein lebendiger Austausch zwischen Zeiten, Formen und Erzählungen. Die Ausstellung lässt sichtbar werden, wie alte Bildwelten in heutigen Designs widerklingen und unerwartete Bezüge entstehen.
Gallery Looks. Modeinszenierungen in der Gemäldegalerie
Mit „Gallery Looks“ präsentiert die Gemäldegalerie eine Ausstellung, die das spannungsreiche Verhältnis zwischen Kunst und Couture neu auslotet. Die Schau zeigt, wie Kompositionen, Lichtstimmungen und Symbolik der Alten Meister in zeitgenössischen Modeentwürfen, Fotografien und filmischen Inszenierungen wiederkehren und verarbeitet werden. Dabei spiegeln sich die Farben der Gemälde, die dargestellten Materialien und Gesten in den unterschiedlichen Medien. Modefotografien, Videoarbeiten und Entwürfe aufstrebender Designer*innen treten in einen direkten Dialog mit ausgewählten Werken der Sammlung und loten die Grenzen zwischen Kunstform und Alltagskultur aus.
Shooting zwischen Stil und Stoff
Unmittelbar vor der Präsentation des BERLINER SALONS im Februar 2025 in der Berliner Gemäldegalerie inszenierte der international bekannte Fotograf Ralph Mecke bei einem Shooting mit Modellen aktuelle Modeentwürfe in den Räumen des Museums. Die hier entstandenen Aufnahmen offenbaren überraschende Verbindungen zwischen zeitgenössischem Modedesign und der Bildwelt der Alten Meister. Mit präzisem Blick für Körperlichkeit, Präsenz und szenografische Setzungen schuf Mecke Fotografien, die das Zusammenspiel von Körper, Gesten, Materialität und Umgebung eindrucksvoll herausarbeiten. Begleitend dazu drehte Florian Azar ein atmosphärisches Video, in dem er das Shooting in poetische bewegte Bilder übersetzte. Film und Fotografien werden in der Ausstellung gezeigt und verdeutlichen die enge Verbindung von Mode und Kunst.
Kunst trifft Couture

Auch auf der internationalen Bühne fand dieser Dialog Resonanz: Für seine „Summer Show 2026“ ließ Jonathan Anderson, seit Mai 2025 Kreativdirektor von DIOR, eine Kulisse errichten, die den Ausstellungssälen der Berliner Gemäldegalerie detailgetreu nachempfunden war. Präsentiert wurde seine erste Herren-Kollektion im Juni 2025 während der Pariser Fashion Week vor dem Hôtel des Invalides. Zwei Originalgemälde von Jean Siméon Chardin – Leihgaben des Louvre und der National Galleries of Scotland – verbanden die Inszenierung mit dem Frankreich des 18. Jahrhunderts, dessen Ästhetik sich in Andersons Entwürfen widerspiegelt. Die Pariser Präsentation verstand sich als zeitgenössischer Dialog zwischen Kunst, Mode und Raum, inspiriert von der Berliner Gemäldegalerie als Leitmotiv. In der Ausstellung „Gallery Looks“ sind neben einem der Berliner Gemälde von Chardin auch Videoaufnahmen der Show zu sehen, die das Zusammenspiel historischer und zeitgenössischer Elemente in Andersons Entwürfen sichtbar machen.
Malerei und Mode – Spiegel der Zeit

Filmen und Fotografien präsentiert die Ausstellung auch Entwürfe ausgewählter Designer*innen im Dialog mit hochkarätigen Gemälden der Galerie. Diese Begegnung offenbart überraschende Parallelen in der Auseinandersetzung mit Aspekten wie Ausdruck, Schönheit, Identität und gesellschaftlichen Rollen. Für die Ausstellung entwickelten die Designer*innen Anne Bernecker, Plaid-à-Porter / Estelle Adeline Trasoglu, Karen Jessen und Alexander Gigl neue Arbeiten oder stellten Entwürfe zur Verfügung, die mit den gezeigten Gemälden interagieren. Auf diese Weise werden die engen Verbindungen zwischen künstlerischer Tradition und aktuellem Design deutlich. Mode wird zum Medium der Wiederaneignung und Transformation, kunsthistorische Motive werden in die Gegenwart überführt und dabei neue Perspektiven eröffnet.
Die Ausstellung „Gallery Looks“ wird kuratiert von Katja Kleinert, Kuratorin für niederländische und flämische Kunst des 17. Jahrhunderts an der Berliner Gemäldegalerie. Das Modekonzept entwickelte und kuratierte Christiane Arp, langjährige Chefredakteurin der deutschen VOGUE und heutige Vorstandsvorsitzende des Fashion Council Germany.
Medienkooperation: Monopol
„FASHION X CRAFT: Echoes of Tomorrow“ zeigt, wie fünf junge Designer*innen traditionelle Handwerkskunst in zeitgenössische Mode übersetzen: Die Ausstellung präsentiert handgefertigte Modeentwürfe, gibt Einblicke in deren Entstehungsprozess und regt dazu an, Handwerk als generationsübergreifenden Dialog zu begreifen und fortzuführen.

Kann Handwerkskunst über Generationen hinweg bestehen und auch in der digitalen Ära weitergeführt werden? Diese Frage haben sich fünf junge Modedesigner*innen im Rahmen des Projekts „Fashion X Craft“ gestellt. Ihre Antwort ist die Kollektion „Echoes of Tomorrow“, die traditionelle Handwerkstechniken in das digitale Zeitalter überführt.
„In dieser Welt taucht das Handwerk in neuen Formen wieder auf: Manche Details bleiben lebhaft, andere verschwimmen, lösen sich auf und verschmelzen zu einer hybriden, futuristischen Vision von Handwerkskunst“, so Aleksander Kudrischow, Laura De Sousa, Lennart Bohle, Jon Liesenfeld und Melanie Parzenczewki, die Künstler*innen des V-Collective. Dieses setzt sich aus Teilnehmer*innen der Initiative Fashion X Craft zusammen: Das Projekt des Branchenverbands Fashion Council Germany in Kooperation mit eBay Deutschland und The King’s Foundation bietet jungen Mode- und Textildesigner*innen ein maßgeschneidertes Förderprogramm, das Themen der Nachhaltigkeit, Handwerkskunst und Innovation gleichermaßen fokussiert. Dabei werden die Teilnehmer*innen während Residency-Aufenthalten beim Good Garment Collective in Berlin und einem Stiftungssitz der King’s Foundation im englischen Highgrove an handwerkliche Prozesse, wie natürliche Färbetechniken und Weben, aber auch Techniken wie Korbflechten, Metall- und Holzarbeit herangeführt, die über die Grenzen traditioneller Mode- und Textilproduktion hinausgehen.

Die diesjährige Stipendiat*innengruppe erarbeitete eine Kollektion, die aus sogenannten Deadstock-Materialien gefertigt wurde – Stoffe und Fasern, die von Unternehmen nicht verwendet wurden.
Die Ausstellung, die in Form eines Ateliers inszeniert wird und den kreativen Entstehungsprozess der Kollektion spürbar macht, lädt Besucher*innen dazu ein, sich mit traditionellen Handwerkstechniken auseinanderzusetzen, deren zeitgenössische Neuinterpretationen kennenzulernen und über die Mode der Zukunft nachzudenken. (Pressetext)
Kulturforum Berlin, Gemäldegalerie
Johanna-und-Eduard-Arnhold-Platz / Matthäikirchplatz, 10785 Berlin
Öffnungszeiten: Di–So, 10–18 Uhr
