Marta Klonowska „Glass Menagerie“: Oronsko (PL) bis 13.04.2025

Ausstellungsansicht Glasmenagierie | Foto: Szymon Wykrota

Der Titel der Ausstellung – „Die Glasmenagerie“ – bezieht sich auf das berühmte Theaterstück von Tennessee Williams, das 1945 am Broadway uraufgeführt wurde. In dem Stück sammelt die Hauptfigur Laura Glasfiguren von Tieren, die sie in Momenten der Einsamkeit begleiten. Auch der kreative Prozess von Marta Klonowska erfordert Einsamkeit, manchmal sogar in Form von Meditation. Konzentration und Arbeit in der Abgeschiedenheit sind für die Schaffung ihrer außergewöhnlichen Glasmenagerie unerlässlich.

Ausstellungsansicht Glasmenagierie | Foto: Szymon Wykrota

Klonowskas Werk definiert die klassische Vorstellung von Skulptur als „kompakter“ Form neu. Die Künstlerin schafft ihre Werke aus gebrochenen oder geschnittenen Glasfragmenten, die sie auf Metallrahmen montiert. Dieser Prozess ist zeitaufwändig und erfordert äußerste Präzision und Sorgfalt. Das Ergebnis sind dreidimensionale Figuren, die die wichtigsten Tiere darstellen. Angesichts dieser Skulpturen verspürt der Betrachter das Bedürfnis, sie zu berühren und gleichzeitig die Angst, verletzt zu werden – die Zartheit des Glases trifft hier auf seine Zerbrechlichkeit und die Bedrohung, die es darstellt.

Ausstellungsansicht Glasmenagierie | Foto: Szymon Wykrota

Marta Klonowska verwendet häufig Motive aus Gemälden alter Meister wie Rubens oder Snyders. Im Gegensatz zum traditionellen Ansatz konzentriert sie sich jedoch nicht auf das Hauptthema der Komposition, sondern auf die Tiere im Hintergrund. Sie stellt sie in den Mittelpunkt und lenkt die Aufmerksamkeit auf das, was im Bild oft unbemerkt bleibt. Dank ihrer Technik verwandelt sie gemalte Tiermotive in dreidimensionale Objekte, die ihre Bedeutung wiedergeben und ihre Symbolik unterstreichen. Mit posthumanistischer Sensibilität und Empathie rückt die Künstlerin „nicht-menschliche Akteure“ in den Vordergrund, bietet einen neuen Blick auf historische Meisterwerke und stellt einen Dialog zwischen Malerei und zeitgenössischer Skulptur her.

Die Ausstellung im Zentrum für Polnische Bildhauerei wird sowohl frühere Werke der Künstlerin als auch neue Projekte präsentieren. Klonowska bereitet u. a. die erste Skulptur vor, die auf Tiermotiven aus dem Werk eines polnischen Malers basiert. Es wird das Bild eines Rebhuhns aus einem Gemälde von Józef Chełmoński sein. (Pressetext)

Centre of Polish Sculpture

Topolowa 1, 26-505 Orońsko, Polen

Öffnungszeiten: im Winter von Dienstag bis Sonntag, 10 bis 16 Uhr | im Sommer (1 April – 31 Oktober) Dienstag bis Freitag: 10.00 – 17.00 Uhr, am Wochenende: 10.00 – 18.00