Diesen Herbst geht es in der Galerie Metzger um das Thema Tee. KünstlerInnen aus 5 verschieden Ländern zeigen dazu ihre Arbeiten:

Kerstin Abraham · Emmanuel Alexia · Ute Brade · Peter Callas · Claude Champy · Nani Champy Schott · Margaret Curtis · Pascal Geoffroy · Lena Kaapke · Young-Jae Lee · Uwe Löllmann · Keramische Werkstatt Margaretenhöhe · Helmut Menzel · Sebastian Pertl · Laetitia Pineda · Sebastian Scheid · Iris Schöne · Julian Stair · Volker Tiemann · Gotlind Weigel · Masamichi Yoshikawa
Die KünsterInnen haben in Ihren Arbeiten ganz unterschiedliche Ansätze. Es werden unteranderem Holzarbeiten von Volker Tiemann ausgestellt, eine Installation von Kerstin Abraham, „Teetisch für Hedwig Bollhagen“, der auch in HB-Werkstätten entstanden ist. Zu sehen gibt es natürlich Teegefäße, Teekannen, Wassergefäße in ihrer ganzen Unterschiedlichkeit von Form, Brand, Haptik, Tradition. (Text Angelika Metzger)

„Teetisch für Hedwig Bollhagen“ von Kerstin Abraham
… auf subtile Weise greift Kerstin Abraham in ihrer Installation Hedwig Bollhagens ebenso schlichte wie zeitlos wirkende keramische Formen bzw. deren Dekorum aus den 1920er-, den frühen 1930er- sowie den 1970er-Jahren auf und übersetzt deren farbige Fassung in warm bzw. kalt anmutende Grautöne. Ein rezeptiv-historisches Moment, das nicht zuletzt an alte Schwarz-Weiß-Filme erinnert. Die Fayenceplatte ihres Teetisches ließ in Anlehnung an Hedwig Bollhagens keramische Malerei nach eigenen Entwürfen von der in den HB-Werkstätten arbeitenden Malerin Christa Tourmo ausführen.
In dieser Konstellation nutze Kerstin Abraham das handwerkliche Können vor Ort. Zugleich erfindet sie für einzelne Teile eine neue Proportionierung der Muster, die z.B. auch von innen über den Gefäßrand nach außen gemalt sind, sodass sich auf der Kante ein neues Ornament ergibt. Die grafische Klarheit, die teilweise veränderte Proportionen der Muster und die Zusammenführung der verschiedenen Dekore sichern der Arbeit eine einzigartige und unverkennbare Aura.
Die in Fayencemalerei ausgeführte Platte des Teetisches erinnert in diesem Zusammenhang an ein wachsbeschichtetes Tischtuch, das nach alter Manier in einem technisch aufwendigen Verfahren um die Kante der Tischplatte herumgeführt wurde. Das Teetrinken wird dadurch sichtbar in die Küche verlegt, d.h. an einen Ort, an dem häusliche Arbeit wie familiäre Kommunikation stattfindet. Zugleich besticht die Tischplatte durch einen wunderbaren tiefenräumlichen Glanz, der ihr eine über die Vorstellung des Angewandten weit reichende, letztlich autonom begründete bildnerische Intensität sichert…
Text: Uwe Haupenthal
Abwarten und − / Verlag der Kunst
Hauptstr. 18
63867 Johannesberg
Öffnungszeiten: Mittwoch 14:30 – 19:00 Uhr | Samstag, 14:30 – 18:00 Uhr | Sonntag 11:00 – 17:00 Uhr
Am Sonntagnachmittag 27.10. 2024 bietet Emmanuel Alexia um 16 Uhr eine kleine Teezeremonie an, Teilnahme nur mit Voranmeldung.
