Die polnische Künstlerin Marta Klonowska fertigt faszinierende Tierskulpturen aus zerbrochenem, farbigem Glas. Ihre tierischen Werke können vom 25. Februar bis 04. Mai 2024 im Glasmuseum der Achilles-Stiftung an der Fuhlsbüttler Straße 415a in Hamburg bewundert werden.
Den Reiz an zerbrochenem Glas entdeckte Marta Klonowska per Zufall. Es war eine kaputte Glasflasche, die sie während ihrer Zeit als Meisterschülerin an der Düsseldorfer Kunstakademie im Atelier vorfand. „Ich dachte, was für ein interessantes Material – aber nur in dieser zerbrochenen Form“, sagt sie. Seither fertigt die Künstlerin Tierskulpturen aus tausenden kleinen farbigen Glassplittern. Als Anregung für ihre Motive dienen ihr unter anderem Gemälde der alten Meister des 15. bis 18. Jahrhunderts – etwa von Albrecht Dürer.

„Ich habe das Glück, eine Leidenschaft für die Bildhauerei entdeckt zu haben. Mein Interesse an diesem Medium begleitet mich seit meiner Kindheit, und in gewisser Weise hat die Kunst, die ich heute schaffe, dort ihre Wurzeln. Ich schaffe ’spielerische Welten‘, die, so hoffe ich, meine Betrachter in ein bizarres und doch faszinierendes Universum entführen werden.
Die oft verborgenen Tierfiguren, die in den von mir gewählten historischen Bildervorlagen eine Nebenrolle spielen, ermöglichen es mir, meine eigene Kunstwelt zu schaffen. Die Tatsache, dass es sich um Tiere handelt, ist gewissermaßen eine Scharade: Jedes verbirgt einen besonderen Reiz, ein Geheimnis, eine faszinierende Dynamik oder eine statische Ästhetik. Für den Menschen sind Tiere weniger offensichtlich verständlich als Figuren, die menschliche Gegenstücke darstellen. Auch wenn sie nur „spielerisch“ erscheinen mögen, sind diese Tiere für mich abstrakte Metaphern, die Emotionen und Atmosphäre erzeugen, aber weniger „transparent“ sind als menschliche Formen“ sagt Marta Klonowska.
Die Motive, die Marta Klonowska verwendet und untersucht, inszeniert sie theatralisch, oft leicht artifiziell, gestellt. Sie extrahiert ihre Protagonisten aus den Zusammenhang, der sie ursprünglich inspirierte und präsentiert sie in eigenen „dramatischen Aufführungen“. Dabei werden die Motive verfremdet, abstrahiert und interpretiert. Als ‚tableaux vivant‘, sind die Figuren, die sie erschafft sozusagen ‚eingefroren‘. Losgelöst, isoliert, allein gelassen.
Sie sind „Träger“ der Stimmungen der ursprünglichen Bilder, sollen aber ganz neue, eigene Atmosphären erzeugen. Ein ‚ideales‘ Objekt. Eine ‚ideale‘ Welt. Eine Utopie.
Marta Klonowska wurde 1964 in Warschau geboren und entwickelte bereits in ihrer Kindheit Interesse an der Bildhauerei. Sie studierte an der Akademie der Feinen Künste in Warschau sowie an der Kunstakademie Düsseldorf bei A. R. Penck. Heute lebt und arbeitet sie in Düsseldorf und in einem kleinen Dorf an der Ostsee.
Sie wird bei der Vernissage am 25. am Sonntag, den 25. Februar 2024 von 14:00 bis 17:00 Uhr anwesend sein und beantwortet gern Ihre Fragen.
Achilles-Stiftung
Fuhlsbüttler Straße 415a
22309 Hamburg
Öffnungszeiten: Dienstag bis Samstag 11.00 – 18.00 Uhr

Gerne bietet die Achilles-Stiftung auch außerhalb der Vernissage Termine in ihren Räumlichkeiten an. Das Glasmuseum der Achilles-Stiftung öffnete im Oktober 2022 seine Türen für die Öffentlichkeit. Mehr als 400 moderne Skulpturen, sogenanntes Studio-Glas, gehören zur umfangreichen Dauerausstellung. Sie sind vor allem der Sammelleidenschaft von Edith Achilles und ihrer Tochter Barbara zu verdanken. Rund 150 Künstler aus aller Welt sind mit ihren Werken im Museum vertreten.
Auf Anfrage bietet die Stiftung auch Führungen an.
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.achilles-stiftung.de
