Peter Skubic, 1935 in Gornji Milanovac geboren war einer der bedeutendsten und einflussreichsten Künstler des Zeitgenössischen Autorenschmucks, einer Disziplin, die sich ab den 60er Jahren der Öffnung des Schmucks hin zur autonomen künstlerischen Ausdrucksform widmete. Diesen Ansatz formulierte Skubic lapidar in seinem künstlerischen Credo: „Schmuck ist eine geistige Disziplin“.
Seit den 60er Jahren entstanden freie Schmuck-Arbeiten mit skulpturalem Charakter, die international Beachtung fanden. Zentrale Gestaltungsprinzipien seiner Arbeiten – häufig aus dem für Schmuck ungewöhnlichen Material Edelstahl – waren Klarheit der Proportionen, Präzision und radikaler Minimalismus.
Nach Jahrzehnten technoider Strenge, erscheinen die seit den späten 90er Jahren entstandenen „Spiegel-Objekte“ wie ein postmoderner Kommentar auf das eigene Frühwerk.
Skubic prägte das Feld des künstlerischen Schmucks nachhaltig – sowohl als Künstler, Kurator, Netzwerker, als auch als Lehrender und inspirierte Generationen von Schmuckgestalter:innen.

Peter Skubic studierte in der Goldschmiedeklasse an der Akademie für Angewandte Kunst Wien. Er initiierte und organisierte das internationale Symposion „Schmuck aus Stahl“ 1975, sowie 1980 die Ausstellung „Schmuck International 1900–1980“ im Künstlerhaus Wien. Im selben Jahr wurde Skubic an die Fachhochschule Köln berufen und leitete die Klasse für Schmuckgestaltung. Es folgten Gastprofessuren an der FH Düsseldorf und Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle.
Das Grassi Museum Leipzig (1995), das Schmuckmuseum Pforzheim (2001) sowie Die Neue Sammlung/ Pinakothek der Moderne München (2011) würdigten Peter Skubic‘ Werk jeweils mit einer Personale.
Der Künstler erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Kulturpreis der Stadt Wien (1978), den Ehrenring der Gesellschaft für Goldschmiedekunst, Hanau (2005) sowie den Bayerischen Staatspreis (2005). 2014 folge die Ernennung zum Doctor Honoris Causa durch die Estnische Akademie der Künste, Tallinn. Peter Skubic ist mit seinen Arbeiten in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen weltweit vertreten.

Peter Skubic war ein Pionier, ein humorvoller Provokateur, ein „gegen den Strom-Schwimmer“, ein kritischer Geist und starker, unbeugsamer Charakter, der mit unermüdlichem, enthusiastischem Engagement für seine Anliegen eintrat. Hinter seinem lautstarken Auftreten versteckte sich ein sensibler und unprätentiöser Humanist – ein Mensch, der fehlen wird.
Nach der Erfahrung als Kriegsflüchtling in der Kindheit, mit zahlreichen Ortswechseln innerhalb Österreichs, gefolgt von Jahrzehnten zwischen Wien und Köln, fand er vor mehr als 30 Jahren schließlich seinen Lebensmittelpunkt in einem zum Atelier ausgebauten Bauernhaus im Südlichen Burgenland. Peter Skubic ist dort am 1.Februar im 89.Lebensjahr verstorben.

