INDUSTRIAL RHAPSODY -Zeitgenössische Fotografie & Skulptur mit Glas: München bis 26.01.2024

Kristi Cavataro, Untitled, 2022, Farbglas, 60 x 94 x 94 cm © Kristi Cavataro, courtesy Lisson Gallery, Foto: Mark Waldhauser

Ist zeitgenössische Fotografie interessiert an der Komplexität von industriellen Produktionsprozessen, am technischen Erfindungsgeist? Wie nähert sie sich industriellen Welten und technologischen Entwicklungen? Internationale Künstler*innen, unter ihnen junge Neuentdeckungen, thematisieren Arbeit, Wissenschaft und Forschung. Sie setzen sich auseinander mit dem industriellen Fortschritt als Impulsgeber gesellschaftlicher Entwicklung und erkunden zugleich die kulturellen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen menschlichen Engagements auf unsere Welt. Das Spektrum in der Ausstellung INDUSTRIAL RHAPSODY reicht von sozialkritischer Wahrnehmung bis zur Faszination und dem Staunen über Erfindungen und über die Energien des Menschen, Zukunft zu entwerfen.

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Série „Melting Point“ – Usine Toyota – Valenciennes – 2005 – Photo n°1 – c-print Image Size with white border: 182 x 240,5 cm Ed. of 5 – Image Size with white border: 92 x 119 cm Ed. of 8

Anders als die historischen Vorgänger mit ihren Sujets von „Fabrik“, „Mensch und Maschine“ und „Industriearchitekturen“ oder als Bernd und Hilla Bechers auf Sachlichkeit und „Neutralität“ angelegten Typologien von Industriekultur intendieren die Künstler*innen der Ausstellung INDUSTRIAL RHAPSODY eine erzählerische Qualität und emotionale Aura. Dabei erscheint der industrielle Raum oft als magischer Ort, als „such a great place to set a story“ (David Lynch). Ihre Bilder erzählen in suggestiver Kraft von der Fabrik als historischem Relikt wie futuristischem Faszinosum. Sie wird zu einem Ort für Performance und Inszenierung. Das Medium der Fotografie zeigt sich dabei in der Vielfalt seiner technischen und künstlerischen Möglichkeiten und entfaltet über herkömmliche Traditionen hinaus ein Spektrum des Experimentellen.

Die Skulpturen mit dem Medium Glas erweitern die Ausstellung INDUSTRIAL RHAPSODY um eine neue schöpferische, vielleicht gar visionäre Dimension. Mundgeblasen und handgefertigt oder produziert mit modernen Technologien sind sie der poetische Teil der Industrial Rhapsody: Die schwebende Skulptur aus geblasenem Glas und gegossener Bronze von Eric Sidner (*1985 in Houston, USA); der von den Elementen der Natur inspirierte Ring of Fire (2013) von Colin Reid (*1953 in Cheshire, England) oder die skurrile Skulptur Present III (2022) von Namdoo Kim (*1985 in Südkorea), der ironisierend mit den Werten einer Industriegesellschaft spielt. Die Ausstellung zeigt zum ersten Mal in Deutschland die aufregenden maschinenartigen Konfigurationen aus dreidimensionalen geometrischen Formen aus farbigem Glas in ihren gerasterten Strukturen von Kristi Cavataro (*1992 in Connecticut, USA) und die Röhrensysteme aus Borosilikatglas – in der Industrie als Behälterglas verwendet – injiziert mit hormonellen Substanzen von Jes Fan (*1990 in Kanada); darüber hinaus die energetische Verbindung von Solarpanele, elektronische Schaltkreise mit Licht und Pigmente zu einer malerischen, sich durch Lichteinfall verändernden Wandarbeit des britisch-pakistanischen Künstlers Haroon Mirza (*1977 in London); und den fiktiven Schreibtisch mit großformatigem Bildschirm als Tischplatte von Niko Abramidis &NE (*1987 in München), der über Visualisierungen und Luftaufnahmen die globalen Bewegungen von Geldflüssen sichtbar macht. (Pressetexte)

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Georg-Muche-Str. 4
80807 München

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag 14–18 Uhr, Donnerstag 14–20 Uhr, jeden ersten Samstag im Monat 11–15 Uhr, feiertags geschlossen