Die Schönheit und Lebendigkeit des Naturmaterials Holz sichtbar zu machen, ist der Anspruch jedes Drechslers. In den Serien „La Vida“ und „Seaside“ ist es Thomas Pildner gelungen, einen Schritt weiterzugehen und ganz eigene Akzente zu setzen. Tief herausgearbeitete Rillen folgen Jahresringen, Wachstumsphasen, Ästen und Unregelmäßigkeiten und vermitteln einen skulpturalen Eindruck, der deutlich über das übliche, schön gedrechselte Gefäß hinausgeht.
Dabei verarbeitet er ausschließlich Holz aus seiner Region, Holz, das schon abgefallen ist. Kein Baum wird eigens für ihn abgeschlagen. Dazu liegen ihm Bäume zu sehr am Herzen, und er setzt alles daran, sie am Leben zu erhalten. Pildner liebt Holz, weil es ein lebendiges Material ist, an dem vieles deutlich wird: wechselnde Umweltbedingungen etwa, aber auch der Einfluss des Menschen. Spuren von Verletzungen werden spätestens während des Drechselprozesses sichtbar. Sie zeigen, dass ein Baum auch unter schwierigen Bedingungen weiter wachsen kann. Vor allem das Holz von Mammutbäumen hat es ihm angetan. Massiv, dickwandig, archaisch, expressiv präsentieren sich die Objekte, die in seiner Werkstatt entstehen, mehr Skulptur als Gefäß, mehr Kunstobjekt als funktionales Produkt.

In der Ausstellung „WonderWood” im Kulturzentrum Englische Kirche in Bad Homburg sind nun auch Objekte zu sehen, in denen die Idee des traditionellen Gefäßes nur noch erahnt werden kann.
Bei so viel Liebe zum Holz und so viel Achtung vor dem Baum erstaunt es nicht, dass aus dem Naturstoff Holz durch Thomas Pildnermeist große und starke Gefäßkörper werden, die nicht nur eine markante Präsenz im Raum entfalten, sondern auch dem Holz viel Raum geben, sich selbst auszudrücken. Pildners Arbeiten werden immer wieder deutschlandweit in Ausstellungen gezeigt, sind in öffentlichen wie privaten Sammlungen vertreten und wurden mehrfach ausgezeichnet, u.a. in 2018 mit dem Hessischen Gestaltungspreis. (Pressetext)
Kulturzentrum Englische Kirche
Ferdinandstraße 16
61348 Bad Homburg vor der Höhe


