Blumen stehen für Wachstum, den Frühling und Sommer. Sie vertreten die Schönheit der Natur mit einem faszinierenden Reichtum an Formen und einer Vielfalt an Farben. Im Garten oder als Strauß gebunden vermitteln sie einen manchmal überwältigenden Reiz, immer aber Freude und Gefallen. Dabei ist diese fragile Pracht von Veränderung und letztlich Verfall bestimmt. Von den verschiedenen Stadien der Blüte über die voll erblühte Blume bis zum Verblühen mit der Verfärbung und der Lösung der Blätter präsentiert jede Blume ein stets neues, der Transformation und der Vergänglichkeit unterworfenes Erscheinungsbild – jedes mit seiner ganz eigenen ästhetischen Komponente.

Im Kunsthandwerk und den angewandten Künsten besteht schon seit den antiken Hochkulturen das Bestreben, die Vergänglichkeit mit künstlichen Blumen zu überwinden, und der Wunsch, eine Pflanze so wiederzugeben, wie sie zu einem bestimmten Zeitpunkt aussieht, Darüber hinaus entwickelte sich eine reiche Blumensymbolik, die durch den jeweiligen inhaltlichen Kontext und Kulturkreis geprägt ist. Besonders im religiösen Bereich kam es zu einer weitgehend allgemein gültigen Blumensymbolik, im politischen Bereich zu einer durch die Geschichte eines jeweiligen Landes geprägten und in der jüngeren Kunst zu einer oftmals individuell beschaffenen Bedeutung. Besonders im 19. Jahrhundert entwickelte sich eine fein abgestimmte Blumensprache, die in Publikationen erläutert wurde und sich heute noch in der Pflanzenzusammenstellung von Blumensträußen überliefert hat.

Blumen stehen für Optimismus, Fröhlichkeit, Weiterbestehen und damit für die Hoffnung. Sie erscheinen im Kontext von verschiedenen gesellschaftlichen Gelegenheiten, begleitet von Glückwünschen, als Teil vom Feiern und Festlichkeiten, aber auch bei Trauerfeiern als Zeichen des Fortbestehens. Zugleich bilden sie in ihrer vorübergehenden Pracht ein Zeichen für die Schönheit im Bewusstsein der Vergänglichkeit. Ihre Schönheit lässt die Blume zu einem Schmuckmotiv werden, wobei eine Würdigung der Natur in der Auseinandersetzung mit ihren Gesetzen und Formen erfolgt.

Die Galerie Handwerk möchte in ihrer Ausstellung einen großen, üppigen Blumenstrauß präsentieren, durch den die Besuchenden wandeln und sich erfreuen können. Die Vergänglichkeit ist überwunden, die Virtuosität der Naturnachahmung kann staunend verfolgt werden. Internationale Künstlerinnen und Künstler, Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker widmen sich in ihren Materialien Glas, Keramik, Metall, Papier, Textil, Wachs und in den Bereichen Mode und Schmuck dem Thema der Blume und schöpfen das Naturvorbild getreu oder variierend nach, interpretieren es auf vielfältige Weise. Die Schönheit der Natur wird der jeweiligen ästhetischen Auffassung und dem Gestaltungswillen unterworfen, sodass eine Vielfalt sehr unterschiedlicher Positionen zu betrachten ist.
Die Sommerausstellung der Galerie Handwerk findet im Rahmen des stadtübergreifenden Festivals „Flower Power“ statt, in dessen Zentrum eine kulturgeschichtliche Ausstellung zum Thema der Blume der Kunsthalle München der Hypo-Kulturstiftung steht und an dem sich viele, sehr unterschiedliche Münchner Institutionen beteiligen. Mit dieser Ausstellung verabschiedet sich die Galerie Handwerk inmitten eines Blumenmeeres in die Sommerpause. (Pressetext)
Workshops, Vorträge und Führungen werden die Ausstellung begleiten und ergänzen.
Galerie Handwerk
Max-Joseph-Straße 4
Eingang Ottostraße
80333 München
Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag, 10-18 Uhr, Donnerstag 10-20 Uhr, Samstag 10-13 Uhr, Sonntag und Montag geschlossen
Geschlossen am Freitag, 21. Juli 2023
Rahmenprogramm
- Juli 2023, 15.00 Uhr Präsentation von Christiane Englsberger und Tien Nio Kho / Royal Feather Flowers
- Juli 2023, 16.00 Uhr Vortrag „Die Blume in der Mode“, Dr. Michaela Braesel
- Juli 2023, 18.30 Uhr Deutsch-französische Führung durch die Ausstellung
Um Anmeldung wird gebeten.
Wöchentliche Blumenarrangements von Isolde Bazlen und Rita Schäftlmeier


